09.02.2018 - 20:00 Uhr
Mitterteich

Neubauprojekt bei Schott 3,9 Millionen für Abgasreinigung

Eine neue Abgasreinigungsanlage entsteht derzeit auf dem Schott-Areal in Mitterteich. Auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien nennt das Unternehmen Details zu dem Projekt.

Um von der EU neu festgesetzte Grenzwerte einhalten zu können, errichtet Schott am Standort Mitterteich eine weitere Abgasreinigungsanlage. Investiert werden in das Projekt 3,9 Millionen Euro. Bild: Schott
von Udo Lanz Kontakt Profil

Große Investitionen tätigt Schott im laufenden Geschäftsjahr in Mitterteich. Zwischen Oktober 2017 und September 2018 fließen 31 Millionen Euro in den Standort, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. 3,9 Millionen Euro entfallen auf die neue Abgasreinigungsanlage im Grenzbereich zur Neuen Siedlung (wir berichteten).

Die Abgase der Schmelzwannen werden zu 100 Prozent in derzeit fünf Großfilteranlagen innerhalb der gesetzlichen Vorgaben gereinigt, wie das Unternehmen informiert. Die Europäische Union habe aber mit der "Industrial Emission Directive" (IED) beschlossen, die Grenzwerte weiter zu reduzieren. Vier der fünf Großfilteranlagen erfüllen die künftigen Vorgaben laut Schott bereits jetzt. Um dies auch mit der sogenannten Rauchgasentstaubung 1 zu erreichen, müsse sie durch eine zusätzliche Anlage ergänzt werden, die als Rauchgasentstaubung 6 (RGE 6) geplant wurde. Dabei handele es sich um eine Tuchfilteranlage mit Kalkdosierung, Wärmeverschiebung, Katalysator (Entstickung) und "Economiser" (Wärmerückgewinnung).

60-Meter-Stahlkamin

"Mit der neuen Anlage setzt Schott erneut Maßstäbe", heißt es in der Pressemitteilung. Bereits 1983 habe das Unternehmen erstmalig in der Glasindustrie eine Anlage zur Entstaubung (RGE 1) eingesetzt, im Jahr 2000 folgte hier eine Generalüberholung. 1989 sei die erste Entstickungsanlage entstanden. Ein weiteres Pilotprojekt stelle nun die neue RGE 6 dar. "Die Kombination Tuchfilter mit nachgeschaltetem Katalysator wird erstmalig in der Glasindustrie eingesetzt und garantiert beste Abscheidungswerte", versichert Schott. Wie aus der Pressemitteilung weiter hervorgeht, werden die Abgase der Rohrwannen 8 und 9 von der Rauchgasreinigungsanlage 1 abgekoppelt und über eine neue Leitung zur neu zu errichtenden Rauchgasreinigungsanlage 6 geführt und dort gereinigt. Zur Ableitung der Reingase werde ein neuer frei stehender, doppelwandiger Stahlkamin errichtet. Entsprechend der Kaminhöhenbestimmung werde dieser voraussichtlich 60 Meter hoch sein.

Gutachter-Messungen

"Mit einem Investitionsaufwand von 3,9 Millionen Euro wird die Luftqualität weiter verbessert", schreibt das Unternehmen. Insgesamt werde eine Reduktion von 75 Prozent der absoluten Staubemissionen und 25 Prozent der absoluten Stickoxidemissionen erzielt. Höchste Anforderungen an den Lärmschutz gebe es durch die Lage des Neubaus an der östlichen Grundstücksgrenze des Schott-Areals. Die Emission der Anlage dürfe 36 dB(A) nicht überschreiten, was durch Messungen von Gutachtern sichergestellt werde. Ebenso halte man die geforderten Abstandsflächen zum Nachbargrundstück ein.

Das Unternehmen betont, dass es alle unmittelbaren östlichen Nachbarn am 5. Juli 2017 zu einer Informationsveranstaltung eingeladen habe. Mehr als 30 interessierten Anwohnern seien die geplanten Maßnahmen ausführlich vorgestellt worden. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für Mai 2018 vorgesehen.

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