07.09.2017 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Tag der offenen Tür in der Reststoffdeponie Steinmühle Platz für drei Jahrzehnte Müll

Zwei Baumaßnahmen sind auf der Reststoffdeponie Steinmühle abgeschlossen. Ein Grund zum Feiern und Präsentieren in der Öffentlichkeit. Das passiert am Sonntag, 10. September, von 11 bis 17 Uhr mit einem Tag der offenen Tür.

Deponieleiter Peter Förster (links) und Stellvertreter und Verwaltungsleiter Georg Nicklas in ihren neuen Büros.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Steinmühle. Um 11 Uhr eröffnen Landrat Wolfgang Lippert und der Direktor des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS), Thomas Knoll, den Aktionstag Bei Führungen werden den Besuchern Umfang und Betrieb der größten Deponie im nordbayerischen Raum erläutert. Das Eingangsgebäude und das Labor sind ebenfalls zur Besichtigung offen. Für Fragen steht das Betriebspersonal zur Verfügung. Um nach der Verfüllung des aktuell betriebenen Abschnittes (bis etwa Jahresende) den Betrieb der Reststoffdeponie weiter zu ermöglichen, wurde ein neuer Abschnitt (A 2) mit einer notwendigen Basisabdichtung versehen. Der Aufbau dieser Abdichtung beträgt mindestens 2,50 Meter. Um den Eintrag von Sickerwasser in den Untergrund auszuschließen, besteht die Abdichtung aus einer mehr als einen Meter dicken Tonschicht und einer wasserundurchlässigen Kunststoffabdichtung. Anfallendes Sickerwasser wird in Sammelleitungen gefasst, beprobt und, wenn notwendig, einer Aufbereitung zugeführt.

Über 15 Millionen Euro

Damit die gesetzlichen Vorgaben erfüllt wurden, musste der Landkreis etwa sieben Millionen Euro investieren. "Die größte Investition in die Deponie seit Bestehen", weiß Deponieleiter Peter Förster. Seit den 1990er Jahren seien etwa 15,5 Millionen Euro in die Anlage "gebuttert" worden. Mit Fertigstellung des neuen Einlagerungsabschnitts stehe jetzt auf der Reststoffdeponie Steinmühle ein Einbauvolumen von rund 1,2 Millionen Kubikmeter zur Verfügung. Unter Annahme der in den vergangenen Jahren eingelagerten Abfallmenge reiche das für mindestens 35 Jahre. Förster sagt, dass anschließend noch weitere denkbare Einbauflächen zur Verfügung stünden. Die müssten bei Bedarf aber erst planfestgestellt werden.

Neue Baustoffe

Die Einlagerungen von Asbest und Glaswolle würden in 10 bis 20 Jahren deutlich nachlassen, schätzt er das künftige Aufkommen ein. Aber es gebe schon jetzt wieder neue Baustoffe, von denen man wisse, dass die später einmal deponiert werden müssten. Im Zuge der Ausbaumaßnahme hat der Landkreis auch die Annahmestelle für brennbare Abfälle der ZMS neu errichten lassen. Das Eingangsgebäude wurde hinsichtlich Registratur und Räumlichkeiten für Sitzungen, Infoveranstaltungen und Fachstellengespräche erweitert.

Heimische Firmen

Die Maßnahme war auch nötig, um Platz für eine Registratur, die Öffentlichkeitsarbeit sowie zusätzliche Büros zu schaffen. Die Arbeiten, die mit 450 000 Euro zu Buche schlagen, erledigten hauptsächlich Firmen aus dem Landkreis. Recht geräumig kommt die neue Registratur vor dem Hintergrund daher, dass der Landkreis verpflichtet ist, bis zum Ende der Nachsorge alle Unterlagen, wie etwa Lieferscheine, Genehmigungen und Pläne, aufzuheben. Gehe man von einer weiteren Deponielaufzeit von etwa 35 Jahren aus, sei man bei gut 60 Jahren. "Und da kommt ganz schön was zusammen", erklärt Förster.

Ein etwa 50 Quadratmeter großer neuer Medienraum ist in der Hauptsache für Schulklassen, die im Rahmen der Umweltbildung die Deponie besichtigen, bestimmt. Seit mehr als zehn Jahren ist das ein fester Posten im Aufgabenbereich des Deponieleiters, seines Stellvertreters und Verwalter Georg Nicklas oder des Umweltingenieurs Jonas Lutz. Die Schüler lernen dabei, wie man den Müll schon zu Hause richtig sortiert und wie er fachgerecht im großen Stil entsorgt wird. Jonas Lutz zeichnet verantwortlich für die Kontrollanalytik und Sickerwasseranalysen. Die Technik im Labor macht es möglich, Schwermetalle bis in den Mikrogrammbereich nachzuweisen.

Drei Deponiewarte

Den fachgerechten Einbau des Materials teilen sich drei Deponiewarte. Sie sind ausgebildete Fachleute auch in anderen Berufen. Das sei Einstellungskriterium gewesen, sagt der Deponieleiter. Markus Döberl hat als gelernter Kfz-Mechaniker zusätzlich die Werkstatt unter seinen Fittichen. Robert Schaumberger ist Elektriker und hat im Eingangsgebäude die Elektroinstallation geplant und eingebaut. Franz Riederer ist CAD-Konstrukteur und zuständig für Vermessungen und Planerstellungen. Bei der Sperrmüllannahmestelle sind drei weitere Mitarbeiter beschäftigt. Zwei Beschäftigte der ZMS trennen den Hausmüll nach brennbaren und nichtbrennbaren Materialien. Die brennbaren Teile werden per Spedition nach Schwandorf transportiert.

Zur Geschichte

Die Reststoffdeponie Steinmühle liegt in einem ehemaligen Steinbruch der Basalt-Aktien-Gesellschaft. 1971 wurde sie entsprechend dem damaligen Stand der Technik errichtet. Die Deponie hat eine Basisabdichtung in Form einer natürlichen Tondichtung. Von 1971 bis 1995 wurde sie als Hausmülldeponie betrieben. Während dieser Zeit wurden Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle eingelagert. Die zur Ablagerung genehmigte Fläche beträgt 12,7 Hektar, die Schütthöhe zum Teil mehr als 30 Meter. 1996 ist der Landkreis dem Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) beigetreten.

Der Hausmüll wird seither an der Reststoffdeponie Steinmühle angenommen, von hier aus aber nach Schwandorf in die thermische Verbrennung transportiert. Auf der Deponie wird somit nur mehr nicht brennbares Material abgelagert, in der Hauptsache sind das Asbest und Glaswolle. Der Einbau des Restmülls erfolgt in dafür vorgesehenen speziellen Ablagerungsbereichen. Die Basis des momentan betriebenen Abschnittes wurde 2008 mit einer speziellen mineralischen Abdichtung (Trisoplast) versehen und wird als Deponie der Klasse I betrieben.

Alle Deponieabschnitte sind mit einer Oberflächen-, beziehungsweise Basisabdichtung versehen. Damit werden das Eindringen von Wasser verhindert und der Sickerwasseranfall minimiert. (tr)

Die größte Investition in die Deponie seit Bestehen.Deponieleiter Peter Förster
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