26.06.2017 - 15:46 Uhr
MoosbachOberpfalz

750 Jahre Etzgersrieth: Blick auf bewegte Jahrhunderte

Glaubenskämpfe, Brände oder Kriege, die vergangenen sieben Jahrzehnte aber Frieden: Etzgersrieth hat in den 750 Jahren seines Bestehens eine bewegte Geschichte hinter sich. Gebührend feiern die Bewohner mit ihren Ehrengästen den Geburtstag.

Im Pfarrgarten feierte Pfarrer Josef Most mit Etzgersriethern und Bürgern aus der gesamten Großgemeinde sowie vielen Vereinen den Festgottesdienst zum Jubiläum. Die Kapelle "Bairisch Blech" begleitete die Messe. Bilder: bey (2)
von Walter BeyerleinProfil

Etzgersrieth. 750 Jahre Etzgersrieth sei nicht nur ein Grund zu feiern, sondern auch Anlass, daran zu denken, dass der Glaube der Menschen an Gott diese Jahrhunderte geprägt hat. Im Pfarrgarten feierte Pfarrer Josef Most mit der Bevölkerung und vielen Vereinen den Festgottesdienst zum Jubiläum. Beim anschließenden gemütlichen Teil im Festzelt gratulierte Bürgermeister Hermann Ach dem Ortsteil zum Geburtstag. Das Marktoberhaupt dankte den Organisatoren. Im Moosbacher Heimatfestjahr seien die Feiern in Etzgersrieth "ein besonderes Ereignis".

Unter Glockengeläut marschierte der Kirchenzug vom Kriegerdenkmal aus in den Pfarrgarten. Fritz Steinhilber als Sprecher der Vereinsgemeinschaft, Bürgermeister Ach und Kreisrätin Barbara Kindl führten den Zug an. 19 Fahnenabordnungen der Vereine aus der Großgemeinde und angrenzenden Kommunen gaben ein farbenprächtiges Bild ab. "Bairisch Blech" sorgte für den richtigen Takt.

Pfarrer Most bat um den Segen Gottes für die weitere gute Zukunft von Etzgersrieth. Die Vergangenheit sei bewegt, aber auch schwierig gewesen, sagte der Geistliche. Glaubenskämpfe, Brände und auch Kriege habe der Ortsteil erleben müssen, die vergangenen 70 Jahre hingegen Frieden und Wohlstand.

Der christliche Glaube habe das Bild des Dorfs in den Jahrhunderten geprägt, sichtbar durch das Gotteshaus, und den Menschen Zuversicht sowie Halt gegeben. Most bedauerte, dass der Glaube immer mehr in der Gesellschaft an Gewicht verliere, einem See gleich, dessen Wasser immer mehr verdunste. Die Abtrünnigkeit von Gott habe in der Vergangenheit die Menschen ins Unglück geführt, betonte der Prediger. Es sei festzustellen, dass die Menschen von heute "neuen Göttern" nachjagten, die sie unter anderem im Internet fänden. Eindringlich bat der Seelsorger, Gott wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

Viele Besucher der Messe sahen sich anschließend die Fotoausstellung im Gasthaus Floaschbauer an. In großen Alben waren die Themen "Theater & Fasching", "Ortsansichten", "Feste & Vereinsjubiläen", "Alltag, Porträts und Hochzeiten" und "Schule & Kirche" bildlich aufgearbeitet worden. Aus diesen gesammelten Werken waren einzelne Aufnahmen ausgesucht worden. Wer sich die Zeit nahm, konnte natürlich auch die Alben durchblättern.

Fast schon passend dazu stand im Gastraum eine Musikbox aus den 1950er Jahren - Nostalgie in Reinform. Die Betrachter hatten sichtlich Freude daran, auf den Bildern Menschen aus früheren Jahren wieder zu entdecken. Im Festzelt neben dem Kriegerdenkmal spielte "Bairisch Blech" zünftig zum Frühschoppen auf, der nahtlos zum Mittagessen überleitete.

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