07.02.2012 - 00:00 Uhr
MoosbachOberpfalz

Große Trauergemeinde nimmt Abschied von Präfekt Alfred Kleber - Sprecher würdigen Leistungen Domspatzen über 36 Jahre geprägt

Alfred Kleber, Präfekt im Regensburger Domspatzen-Internat und Religionslehrer, ist am 30. Januar im Alter von 61 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben. Am Samstag sang in der voll besetzten Pfarrkirche der Konzertchor der Regensburger Domspatzen unter Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner seinem "Ali", wie sie Kleber liebevoll nannten, das Requiem.

Die Regensburger Domspatzen unter Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner begleiteten die Beerdigung von Präfekt Alfred Kleber. Bild: gi
von Peter GarreissProfil

Auch seine ganze siebte Klasse, die er als Präfekt bis zuletzt betreut hatte, war gekommen, ebenso viele ehemalige Mitglieder des Ensembles. Zelebrant Rainer Schinko, Direktor des Internats der Regensburger Domspatzen, sowie die Konzelebranten Josef Most, die Kurskollegen Johann Amann, Dekan und Stadtpfarrer von St. Jakob in Schwandorf, Johann Bauer, Pfarrer von Mindelstetten, August Müller, Bischöflich Geistlicher Rat in Mallersdorf, Hans-Gerd Geiger, Krankenhauspfarrer im Klinikum Weiden, erwiesen dem Verstorbenen die letzte Ehre.

Diplomtheologe Kleber kam am 2. Mai 1950 in Sägmühle bei Gaisheim als ältester Sohn von Josef und Thekla Kleber zur Welt. Mit seinen zwei jüngeren Brüdern Josef und Reinhold (verstorben 2000) wuchs er im landwirtschaftlichen Anwesen auf.

Nach dem Besuch der Volksschule in Tröbes wechselt er ins Augustinus-Gymnasium nach Weiden. Im Herbst 1971 begann er mit dem Studium an der Universität Regensburg. 1976 folgte der Abschluss als Diplomtheologe. Er ließ sich von den Domspatzen anwerben, machte hier Karriere und stieg bis zum Internatspräfekt sowie Religionslehrer auf.

Beeindruckende Ansprache

Im Mittelpunkt des Requiems standen der Auftritt der Domspatzen sowie die beeindruckende Ansprache von Direktor Schinko. Er ging auf Klebers Wirken ein und tröstete dessen Söhne Benedikt und Gabriel, die Lebensgefährtin Maria Steininger, Ziehsohn Severin Steininger, Bruder Josef Kleber mit Kindern sowie alle Angehörigen.

"Entsetzen und tiefe Traurigkeit erfasste die Domspatzen-Familie, als sie vom Tod Klebers hörte. Sein Herz schlug über 36 Jahre für den Regensburger Chor." Ganze Schülergenerationen habe er geprägt und begleitet. Viele Ehemalige hatten sich gemeldet und sich an den väterlichen Zuspruchs des Verstorbenen erinnert.

Von Heimweh geplagten Domspatzen stand er mit Rat und Tat zur Seite. Schinko charakterisierte den Verstorbenen als nicht nachtragend, diskussionsfreudig, in jeder Situation souverän, mit Humor und ausgeprägter Fröhlichkeit. Er habe auch stur sein können, wenn er es für richtig erachtet hatte. Kleber war aber stets hilfsbereit und den jungen Menschen zugewandt.

Freundlich und loyal

Für das Domkapitel und den Stiftungsvorstand der Domspatzen dankte der Sprecher dem Verstorbenen für die freundliche und loyale Zusammenarbeit. Kleber habe die Institution Domspatzen mitgeprägt und werde stets in Erinnerung bleiben.

Internatssprecher Philipp Siegwart nahm für die Domspatzen Abschied. Er nannte Kleber einen bemerkenswerten Präfekt, der "in unseren Herzen nie stirbt". Schinko verlas Briefe ehemaliger Schüler, die dem Verstorbenen besonders dafür dankten, dass er ihnen Gerechtigkeit, Klugheit und das richtige Maß vermittelte.

Kernstücke der Lieder der Domspatzen in der Pfarrkirche waren Werke von Tomás Luis (1548 bis 1611) sowie Felix Mendelsohn-Bartholdy. Domkapellmeister Roland Büchner dirigierte und saß an der Orgel. Nach dem Schlusslied zogen die vielen Trauernden zum Friedhof.

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