Kammerpräsident Georg Haber zu Gast bei CSU-Kreistagsfraktion
Handwerk auf dem Land tragende Säule

Politik
Moosbach
04.02.2018
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Saubersrieth. "Das Handwerk im ländlichen Raum hat Zukunft. Dazu brauchen wir baldmöglichst eine handlungsfähige Regierung, die Stabilität wahrt und die Dynamik der Wirtschaft begünstigt", sagte der Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Georg Haber. In der Klausurtagung beschäftigten sich die CSU-Kreisräte mit Ostbayerns "tragender Wirtschaftssäule".

Über 37 000 Betriebe mit über 200 000 fundiert ausgebildeten Handwerkern und mehr als 15 000 aktiven Lehrlingen - das ist das Handwerk in Niederbayern und der Oberpfalz. Diese Betriebe erwirtschaften einen Nettoumsatz von 27 Milliarden Euro, ein Viertel des Gesamtumsatzes des Handwerks in ganz Bayern.

"Das Handwerk spielt eine tragende Rolle in der Volkswirtschaft, gerade im ländlichen Raum", dem stimmten auch Fraktionschef Stephan Oetzinger und Landrat Andreas Meier zu. Die CSU-Räte stellten heraus, dass es ihnen um gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land gehe. Aber das Handwerk habe auch mit großen Problemen zu kämpfen, verriet Georg Haber und nannte Digitalisierung und Bürokratie. "Wo will man da hin", klagte Kreisrat und Unternehmer Josef Hierold. Die Politik sei gefordert. Bürokratie gar nicht einzuführen, dann müsse man sie im Nachhinein nicht mühsam abbauen, regte Haber an.

Fachkräfte- und Azubi-Mangel seien ein Dauerthema. Es fehlten gut ausgebildete Fachkräfte, was sich auch auf die Nachfolgeregelung in den Betrieben auswirke. 11 000 Firmen müssten in den nächsten zehn Jahren in Ostbayern übergeben werden. Edgar Knobloch fragte nach der Ausbildung von jungen Flüchtlingen. "Diese könnten nicht allein den Fachkräftemangel lösen, auch seien sie durch die "3-plus-2-Regelung" geschützt", so Haber. Er forderte ein Fachkräftezuwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild.

Lob hatte Haber für das durchlässige bayerische duale Bildungssystem parat, er selbst startete im Lehrberuf als Gürtler (Metallbildner). "Freilich brauchen wir Akademiker, wir brauchen aber auch beruflich Qualifizierte." Dominik Baschnagel mahnte die Meisterpflicht und die Gleichwertigkeit von Akademiker- und Meister-Bafög an.
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