Bäuerliche Schlachtgemeinschaft Moosbach-Waidhaus
Regionalität ist Trumpf

Erika Sauer (Fünfte von links) bleibt Vorsitzende der Bäuerlichen Schlachtgemeinschaft Moosbach-Waidhaus. Moosbachs Bürgermeister Hermann Ach (links), der Eslarner Rathauschef Reiner Gäbl (Dritter von rechts) und Regierungsrat Gerhard Schwarz vom Amt für Landwirtschaft (rechts) wünschen der Führungsriege weiterhin erfolgreiches Wirken. Bild: gi
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Moosbach
06.04.2018
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Bilanz und NeuwahlenIn ihrem Tätigkeitsbericht freute sich Vorsitzende Erika Sauer über 3 Neuzugänge. Damit gehören der Schlachtgemeinschaft 126 Mitglieder an. Sie sprach von einem Rekordjahr mit 78 geschlachteten Rindern, darunter 47 Bullen und Ochsen, 8 Kühe, 17 Kalbinnen und nur 6 Notschlachtungen. Schon bis März 2018 gab es 21 Schlachtungen.

Die Nutzer des Schlachthauses kommen landkreisüberschreitend. Dass 2017 alles so gut klappte, bezeichnete Sauer als Verdienst der Metzger. Auch das Abholen der Haut laufe gut. Als wichtigsten Mann neben den Metzgern bezeichnete die Sprecherin Kassier Anton Schmied, der über geordnete Finanzen berichtete. Sauer wies darauf hin, dass das Schlachthaus mit den nötigen Investitionen nur bei guter Auslastung funktioniere. Die Nachfrage sei da. "Dafür werden wir anderorts um diese Einrichtung beneidet." Geplant sei die Anschaffung einer Aufschnitt-Maschine, die 1200 bis 2500 Euro koste. Bei der Landestierschau des bayerischen Fleischrinderverbands am Samstag und Sonntag, 25. und 26. August, in Moosbach werden rund 150 Rinder zu sehen sein. Es wird mit einigen Tausend Besuchern gerechnet. Sauer bat, in dieser Zeit Schlachtungen so zu planen, dass das Schlachthaus an diesem Wochenende möglichst leer sei.

Die anschließenden Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzende Sauer, 2. Vorsitzender Hermann Schmidt, Kassier Schmied, Schriftführer Werner Bäumler, Kassenprüfer Rudi Schieder und Wolfgang Bauriedl.

Gebietsvertreter: Andreas Kindl (Isgier), Markus Stahl (Heumaden), Ernst Feneis (Böhmischbruck), Hermann Schmidt (Ödkührieth), Anton Schmied (Kreuth), Franz Hammerl (Etzgersrieth), Martin Kölbl (Saubersrieth), Martin Liebl (Gaisheim), Manfred Hierold (Moosbach) und Sauer (Burgtreswitz). (gi)

Regionale Produkte sind bei den Verbrauchern immer mehr im Kommen. Mit Qualität können die Landwirte in der Region einer immer noch vorherrschenden Geiz-ist-geil-Mentalität entgegentreten.

Saubersrieth. Die Mitglieder der Bäuerlichen Schlachtgemeinschaft Moosbach-Waidhaus trafen sich im Gasthof Schieder zur Jahreshauptversammlung. Vorsitzende Erika Sauer referierte zum Thema "Regionalität als Trumpf in der Vermarktung".

Sie sprach dabei die rasante Entwicklung der Landwirtschaft seit 1950 an. "Früher ging alles um höher, schneller, weiter und mehr. Viele hatten einen Bezug zur Landwirtschaft. Heute sind wir nur mehr 2,5 Prozent der Gesellschaft." Expandierende Betriebe fordern die Abschaffung der Prämien, weil diese nur die Kleinen am Leben halten würden. "Früher waren wir eine Macht, die mit einer Stimme sprach. Heute lassen sich die Landwirte gegeneinander ausspielen." Es werde in böser Bauer (konventionell, intensiv, Biogas, BBV, Naturland) und guter Bauer (Bio, Extensiv, Milch, BDM, Demeter) unterschieden, sagte Sauer.

Es werden Diskussionen um Massentierhaltung, Tierwohl, Umweltschutz und Verbraucherschutz geführt. "Aber ganz überwiegend werden unsere Betriebe von wenigen Arbeitskreisen geführt", sagte Sauer. Regionalität bedeute heute das neue Bio. Es gebe unzählige Projekte wie Ökomodellregionen, Regionaltheken, Bauernmärkte, Labels (Bayern-Bio) oder Genussorte Bayern. Moosbach habe sich darum auch beworben. Kooperation mit der Gastronomie, Internetplattformen, Verbraucherbildung fördern die Regionalität, sie laufen aber nicht von alleine.

Aktuell fallen aber noch zu viele Betriebe durchs Raster, denn sie sind zu klein oder setzen meist erst auf die zweite Erzeugungsstufe auf. Jeder arbeite für sich alleine. In vielen Regionen fehlen kleine, überschaubare, regionale Schlachtstätten. Weite Transportwege der Schlachttiere bezeichnete Sauer als Widerspruch zur Regionalität. Was fehle, sei ein runder Tisch mit Vertretern von Handwerk und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband sowie moderate regionale Kleinkooperationen. Sauer betonte, dass ein gewisser Kundenkreis bereit sei, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben. "Wir müssen deshalb unbedingt Qualität liefern."

Fleischbeschauer Albert Grießl erklärte, dass er nach 26 Jahren Berufsausübung nunmehr keine Lebendschau mehr machen dürfe, weil das nun Sache des Tierarzts sei. Er halte das für eine Art Diskriminierung. Regierungsrat Gerhard Schwarz vom Amt für Landwirtschaft sprach die Bedeutung der Regionalität in der heutigen Zeit an.

Bürgermeister Hermann Ach warnte die Landwirte davor, unter Wert zu verkaufen. Es gebe immer noch die Geiz-ist-Geil-Mentalität, der nur durch Qualität gegenübergetreten werden kann. Er sei deshalb froh über die Vermarktungsschiene "Regionalität". Martin Piegerl aus Schönsee schlug vor, dass schon in den Schulen Regionalprodukte angeliefert werden, damit die Kinder sie lebensnah kennenlernen.

Wir müssen unbedingt Qualität liefern.Erika Sauer
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