18.02.2018 - 15:08 Uhr
Moosbach

Beerdigung von Ruhestandspfarrer Hermann Schötz Tausend Herzen tragen Trauer

Die große Beteiligung an der Beerdigung von Hermann Schötz zeigt, wie beliebt der Ruhestandspfarrer war. Fast 1000 Trauergäste nehmen Abschied.

von Peter GarreissProfil

Im Requiem in der Pfarrkirche dankte Weihbischof Josef Graf Schötz für dessen segensreiches und über 50-jähriges Wirken. Er war am vergangenen Montag gestorbenen. Am Gottesdienst nahmen fast 1000 Trauernde aus der Pfarrei, dem Dekanat Leuchtenberg, aus seinem letzten Wirkungsort Marktredwitz, über 20 Geistliche, Bürgermeister Hermann Ach und Gemeinderäte, Pfarrgemeinde- und Kirchenräte, über 20 Vereine aus der Gemeinde und etwa 50 Ministranten teil.

Die Kirchenchöre Moosbach und Tröbes unter Leitung von Karl Beugler (Orgel), die Bläsergruppe sowie Sologesang von Jenny Hofmeister begleiteten die Trauerfeier. Pfarrer Josef Most begrüßte besonders die Geschwister des Verstorbenen sowie Verwandte und Bekannte.

"Heil und Auferstehung"

Stadtpfarrer Peter Brolich aus Weiden erinnerte in seiner Predigt an den Primizspruch des Verstorbenen: "Wir aber müssen uns rühmen im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus; in ihm ist für uns das Heil, das Leben und die Auferstehung." Diese Botschaft habe Schötz als Priester an die Mitmenschen weitergegeben. Er arbeitete ganz im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils und sah die Kirche als pilgerndes Volk Gottes. Deshalb unternahm der Verstorbene auch zahlreiche Wallfahrten.

In Bibelstunden und Bibeltagen gab er den Menschen wertvolle Hilfen zum Leben. Besonders am Herzen lagen ihm die Kinder in der Schule, die Jugend, die Ministranten, der Familienkreis, die Kolpingsfamilie, der Frauenbund, die Senioren und die Kranken. In seinem Glauben nahm er auch seine schwere Krankheit an und begab sich vertrauensvoll in die Arme des Herrn. Stadtpfarrer Brolich dankte auch Maria, der Schwester des Verstorbenen, die ihren Bruder 30 Jahre lang als Pfarrhausfrau zur Seite stand.

Weihbischof Graf blickte auf das Leben und Wirken des Verstorbenen zurück. Er freute sich, dass Schötz noch im Ruhestand in seiner Heimat priesterlich gewirkt habe. Jeder Ortspfarrer sei dankbar, einen Ruhestandspfarrer zu haben. Der Sprecher des Pfarrgemeinderats und der Kirchenverwaltungen, Bernhard Rom, betonte, dass Schötz nach seiner Ruhestandsversetzung schnell die Herzen der Menschen in Moosbach und vor allem in der Expositur Etzgersrieth und der Filiale Tröbes erobert hatte. Die beiden Orte haben es ihm zu verdanken, dass dort auch Sonntag für Sonntag Messen gefeiert werden konnten.

Große Persönlichkeit

Gerne nahm der Geistliche am geselligen Leben teil. Sein Interesse galt den Mitmenschen. Wie oft unterhielt er sich mit den Ministranten und fragte nach der Schule oder den Berufszielen. Stets erkundigte er sich über Pater Ferdinand in Afrika. Die Pfarrei Moosbach verliere einen Menschen, der sein Leben ganz in den Dienst der Kirche gestellt hatte. Bürgermeister Ach bedauerte, dass die Gemeinde um eine große Persönlichkeit ärmer geworden ist. Sein Wirken war ein Segen für den Markt. Ach würdigte die ruhige und bedachte Art des Verstorbenen. Kinder, Jugendliche und ihre Familien interessierten ihn. Auch im Heimatkundlichen Arbeitskreis war Schötz aktiv.

Der Vertreter der Kurskollegen, Studiendirektor Siegfried Schweiger aus Regensburg, bezeichnete den Verstorbenen als tolerant, offen, menschlich und fromm. Alfons Prechtl, Sprecher der Pfarreien Herz Jesu Marktredwitz, St. Michael Brand und St. Marien Lorenzreuth, dankte Schötz für das Wirken von 1989 bis 2008, besonders für dessen Engagement während der Flüchtlingsströme 1989 aus Tschechien und der DDR. Ein riesiger Trauerzug mit der Blasmusik an der Spitze begleitete danach den Sarg zur letzten Ruhestätte.

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