Blogger und Social-Media-Experte bei der Moosbacher CSU
Facebook drittgrößtes Land

Vermischtes
Moosbach
08.12.2016
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Die Welt wird durch soziale Netzwerke immer mehr vernetzt. Nur durch Medienkompetenz können die Menschen die Herausforderung bestehen. Der Blogger und Social-Media-Experte Matthias J. Lange weiß, wovon er spricht.

"Medienkompetenz geht uns alle an. Wir müssen Games und Social Media zu Themen in unseren Familien machen", sagte Lange bei seinem Vortrag im Café Eger. Gemeinderätin Erika Sauer hatte den Referenten in der Vortragsreihe der Hanns-Seidel-Stiftung nach Moosbach gebracht. Lange ist gelernter Tageszeitungsredakteur. Er war Pressesprecher und Chefredakteur verschiedener Computerzeitschriften und arbeitet heute selbstständig. Er hat sich auf das Thema Medienkompetenz spezialisiert. Beim CSU-Ortsverband zeigte er die Chancen und Herausforderungen durch Facebook, Twitter und Co. sowie den steigenden Einfluss von Videospielen auf Jugendliche. "Wir müssen uns dem geänderten Medien- und Kommunikationsverhalten stellen und lernen, bewusst mit den neuen Massenmedien umzugehen."

Dem Experten ging es nicht um Schwarzmalerei oder darum, Ängste zu schüren. Differenziert und objektiv schilderte er den Wandel in der Medienlandschaft. Während früher Tageszeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen die einzigen Massenmedien waren, laufe diesen heute das Internet den Rang ab. "Die Gesellschaft ist gespalten in eine analoge und eine digitale Welt."

Tipps vom Experten

Facebook, Google Plus oder Twitter hätten die Art der bisherigen Kommunikation in Massenmedien auf den Kopf gestellt. Wenn Facebook ein Land wäre, wäre es mit über einer Milliarde Einwohnern das drittgrößte der Erde nach China und Indien. Besonders die 13- bis 38-Jährigen seien sehr stark auf den verschiedenen Plattformen vertreten. Je älter die Leute würden, desto weniger nutzten sie die neuen Möglichkeiten, sich auszutauschen. Allerdings nehme die Zahl der Zielgruppe 55 +, die sogenannten "Silver Surfer", derzeit extrem zu, sagte der Referent. Lange gab den Zuhörern viele Tipps. "Ich rate Eltern ganz eindeutig von Internet-Verboten ab. Stattdessen sollten Kinder und Eltern gleichermaßen wissen, was bei Facebook und Spielen passiert und bei der Nutzung beachtet werden muss. Das ist Medienkompetenz und nie war sie so wichtig, wie heute. Welche Daten kann man ohne weiteres preisgeben, wo sollte man sich bedeckt halten und was kann passieren?"

Gefahren und Risiken

Eine große Gefahr sei der sogenannte Identitätsdiebstahl. "Bei durchschnittlich 130 Freunden kann man als Facebook-Nutzer schon mal den Überblick zwischen richtigen und falschen Freunden verlieren. Und nicht immer kennt man die Online-Freunde auch im wirklichen Leben", betonte Lange.

Ein großes Risiko sei auch das Kapern einer digitalen Identität. Dabei werde ein Profil des Opfers unter dessen richtigem Namen angelegt und der echte Freundeskreis unterwandert. Die Identitätsdiebe pflegten die Kontakte und drohten dann dem Opfer mit der Veröffentlichung peinlicher Bilder oder kompromittierender Kommentare. Vor allem Kinder und Jugendliche seien immer häufiger Opfer von Cyber-Mobbing durch ihre Mitschüler.

Das Thema Datenschutz rund um soziale Netzwerke sei omnipräsent. Grund: Die Standardeinstellungen zum Nutzerdatenschutz seien bei den meisten Netzwerken viel zu locker gesetzt. "Wer nicht selbst nachjustiert, gibt weitaus mehr von sich preis, als er vielleicht möchte."

So könnten zum Beispiel allzu freizügige Fotos oder die Dokumentation der jüngsten Party ein Problem beim nächsten Einstellungsgespräch werden. Aber auch für Kinder sei das wahllose Einstellen von Bildern eine Gefahr. Eltern müssten die entsprechenden Sicherheitseinstellungen vornehmen. "Und das geht nur, wenn sich Eltern damit auskennen"; mahnte Lange.

Ich rate Eltern ganz eindeutig von Internet-Verboten ab. Stattdessen sollten Kinder und Eltern gleichermaßen wissen, was bei Facebook und Spielen passiert und bei der Nutzung beachtet werden muss. Das ist Medienkompetenz und nie war sie so wichtig, wie heute.Matthias J. Lange


Die Gesellschaft ist gespalten in eine analoge und eine digitale Welt.Matthias J. Lange
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