Bürgerversammlung in Moosbach
Eine Zufahrt viel zu wenig

Über diese schmale Straße im Baugebiet "Steinling II" sollen weitere 88 Bauplätze des Baugebiets "Steinling III" erschlossen werden. Ein Anlieger bezeichnete dies als Wahnsinn. Bild: gi
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Moosbach
10.12.2016
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In der Bürgerversammlung spricht Moosbachs Bürgermeister Herrmann Ach mehrere dringende Sanierungsfälle an. Über ein Ereignis schwärmt er aber noch heute.

Zunächst informierte Ach über die Arbeit im Rathaus. Das Bauamt bearbeitet 12 Bauanträge, davon 5 Wohnhäuser. Es gab 24 Geburten, 18 Sterbefälle und 15 Eheschließungen. Die demografische Entwicklung sei nicht rosig. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung gehe nach oben. Moosbach habe nur noch eine Grundschule mit verlängerter Mittagsbetreuung. Das Hallenbad besuchen jährlich 25 000 Gäste. Ach hielt eine umfassende Sanierung für dringend erforderlich. Die Musikschule unterrichte 210 Schüler. Die Gemeindebücherei habe bei 7000 Medien rund 15 000 Ausleihen.

Kurpark fast 40 Jahre alt

Zehn Feuerwehren sorgen für Brandschutz, zehn Dorfkapellen im Gemeindebesitz ermöglichen die Ausübung des Glaubens. Dringend stehe die Sanierung der Dorfkirche Burgtreswitz an. Das Gemeindeoberhaupt wünschte sich dazu einen Förderverein. Er pries auch die Verzüge des Kurparks "Gruberbach" an. Dringend erforderliche Verbesserungen der nun schon fast 40 Jahre alten Anlage seien geplant. Mit 385 000 Euro seien aber diese Maßnahmen veranschlagt. Auch die Schlossanlage Burgtreswitz erfreue sich immer mehr Besucher. Immer mehr werde im Tourismus nach Qualität gefragt.

Für einige Wasserschutzgebiete müsse die Schutzgebietsverordnung überarbeitet werden. Die Alternativen für Gaisheim liegen zwischen 280 000 und 670 000 Euro. Auch das Dach des Leichenhauses im Friedhof müsse dringend erneuert werden.

Dank einer umfassenden Haushaltssanierung in den vergangenen Jahren und erheblicher Staatshilfen seien die Schulden der Gemeinde um 3,5 Millionen gesenkt worden. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1340 Euro liege die Kommune noch über dem Landkreisdurchschnitt von 1008 Euro. Wichtigste Einnahmen waren die Einkommenssteuer (800 000 Euro), die Schlüsselzuweisung (1,1 Millionen Euro) sowie Grund- und Gewerbesteuern (440 000 Euro). Das Gebühreneinkommen (Wasser, Kanal, Hallenbad, Musikschule) bezifferte er mit 730 000 Euro. Größte Ausgaben waren Kreisumlage (792 000 Euro), Schuldentilgung (145 000 Euro) und Zinsen (100 500 Euro).

Als absoluten Höhepunkt für Moosbach bezeichnete Ach das Bayern-3-Dorffest im September. "Das Ganze hat eine unglaubliche positive Wirkung im Bekanntheitsgrad von Moosbach ausgelöst", schwärmte Ach. Es gebe viele Rückmeldungen von Gästen und den vielen Helfern. Das zu schnelle Fahren in den Ortschaften veranlassten den Marktrat 2012, Geschwindigkeitsmessungen einzuführen. Besonders in Burgtreswitz leiden die Anwohner trotz dieser Messungen immer noch unter Rasern. Die Kosten der Messungen halten sich fast die Waage. Es gebe Monate mit Überschüssen und Monate mit Mehrausgaben. Aus der Versammlung kam Kritik wegen der Übernahme der Kosten durch die Gemeinde. Im Hinblick auf die Sicherheit der Anlieger an den Hauptstraßen hielt Ach dies aber für vertretbar. Er sah deshalb darin keine freiwillige Leistung.

Plan nicht mehr zeitgemäß

Mit 75 Buben und Mädchen sei die Kindertagesstätte ausgebucht. "Finanziell haben wir alles im Griff." Gute Arbeit leiste Seniorenbeauftragter Harald Köcher. Die Gemeinde plant im kommenden Jahr 18 der 88 Bauplätze in "Steinling III" zu erschließen und zu verkaufen. Ein Anlieger in "Steinling II" befürchtet dann eine Zunahme des Verkehrs, der "auf zwei oder gar drei Zufahrten verteilt werden" müsse. Der 2000 aufgestellte Bebauungsplan entspreche nicht mehr den heutigem Erfordernissen. Es sei Wahnsinn, wenn mehr als 80 Plätze über eine einzige Straße erschlossen werden. Er forderte die Gemeinderäte auf, sich darüber Gedanken zu machen, "denn es müsse erträglich bleiben für alle Siedler, in der ,Steinling II' zu leben". Ach sagte eine Überprüfung zu.

Die Moosbacher Versorgungsgesellschaft (MVG) fahre in Photovoltaikanlagen eine Gesamtleistung von 2,173 Kilowatt peak (kWp). Damit könne die MVG Dienstleistungen wie Grünflächenpflege, Reinigungsarbeiten und Bereitschaftsdienste übernehmen. Auch der Betrieb des Hallenbads laufe seit 2014 über die MVG. Nachdem der Bürgermeister schon während seines Vortrages jederzeit Anfragen zuließ, gab es am Ende keine Wortmeldungen mehr.
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