Dorf Isgier feiert
Kleiner Ort mit großer Vergangenheit

Vermischtes
Moosbach
18.08.2017
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Von 1975 bis 1977 wurde die Kapelle in Isgier aufgebaut. Das Kirchlein ist dem heiligen Wendelin geweiht. Bild: gi

Der Ort Isgier mit seinen 15 Anwesen und 50 Einwohnern feiert am Sonntag, 27. August das 40-jähriges Bestehen seiner Dorfkapelle. Sie ist mittlerweile der Dorfmittelpunkt.

Isgier. Der 1355 erstmals erwähnte Ort mit slawischem Ursprung hat eine große Geschichte. In alten Urkunden werden zwei Oberpfälzer Adelsfamilien, nämlich die Herren von Waldau und die von Satzenhofen genannt. 1522 erscheint Konrad Trautwein als Landsasse. 1552 genehmigt ihm die Regierung die Einrichtung einer Schulstiftung mit 10 Gulden für die Besoldung des Lehrers, die "Trautwein'sche Stiftung".

Daraus entwickelte sich die Volksschule Moosbach, die seit 1973 "Trautwein-Volksschule" heißt. Im 15. und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts war Isgier verödet. Richter Hans Salvelt aus Burkhardsrieth ließ um 1540 wieder den ersten Hof errichten und 1588 waren es schon zehn Familien. Isgier gehörte von alters her zur Pfarrei Burkhardsrieth, die nach der Gegenreformation eine Filiale von Pleystein wurde.

1821 wurde Isgier eine eigene Gemeinde mit dem Ödhof, der Pielmühle und dem Pielhof. 1830 erfolgte die Eingemeindung nach Burkhardsrieth. Im 19. Jahrhundert machten zwei Pioniere aus Isgier auf sich aufmerksam. Die Landwirte Michael Westiner und Georg Hanauer ersuchten am 18. Dezember 1888 um die Genehmigung zum Betrieb eines Dampfkessels (Lokomobil). Das Bezirksamt Vohenstrauß erteilte diese am 1. Juli 1889. Damit hielt die Dampfkraft Einzug im östlichen Landkreis Vohenstrauß. Trotz vieler Probleme, die beide Pioniere hatten, war die Modernisierung der Landwirtschaft nicht mehr aufzuhalten.

Zum Schicksalstag von Isgier wurde der 23. Februar 1967. Ein Orkan verwüstete den ganzen Ort. Dächer wurden abgedeckt, Dachstühle zertrümmert, Scheunen stützten ein, Fenster und Türen zerbarsten. Der Schaden an neun Anwesen belief sich auf rund 200 000 Mark.

Am 1. Juli 1972 erfolgte die Auflösung der Gemeinde Burkhardsrieth und die Eingliederung von Isgier in den Markt Moosbach. Der kleine Ort brachte ein riesiges Heiratsgut in die "Ehe" ein. Es handelte sich dabei um 27,1 Hektar Wald im Distrikt "Am Schlag" und "Finsterberg". Nach der seinerzeitigen Vereinbarung werden die Erlöse daraus zu Zweitdrittel an die Rechtler und zu einem Drittel dem Markt Moosbach ausgezahlt.

Im Eingemeindungsvertrag verpflichtete sich der Markt Moosbach außerdem zum Bau eines Schulbuswartehäuschens, zur Dorfsanierung, zum Kapellenbau, zum Ausbau verschiedener Wege und zum Ausbau der Loisbachbrücke. Schnell erfüllte der Markt diese Wünsche der Bürger.

Kreisbaumeister Ambros Ach vom Landratsamt Vohenstrauß erstellte die Pläne für den Kapellenbau. Die Bauarbeiten wurden von 1975 bis 1977 durchgeführt. Am 28. August 1977 erfolgte die Weihe des neuen Kirchleins durch Expositus Wolfgang Hastler aus Burkhardsrieth. Als ihren Kirchenpatron wählten die Gläubigen von Isgier den heiligen Wendelin. Die Ortskapelle kostete 79 500 Mark. Enorm waren die Eigenleistungen der Dorfbewohner dazu. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt 1975 verschlang nochmals 153 000 Mark.

FestprogrammDas Fest zum 40-jährigen Bestehen der Ortskapelle beginnt am Sonntag, 27. August, um 8.45 Uhr mit der Abholung der Vereine am Ortseingang Richtung Heumaden. Es folgen ein Festgottesdienst um 9 Uhr, der anschließende Frühschoppen mit Mittagessen und ein Gartenfest ab 14 Uhr. Für Unterhaltung sorgt Berni. Für die Kinder ist eine Hüpfburg aufgebaut.

Das Festzelt steht beim Dorfstadel. Anmeldungen für das Mittagessen im Festzelt sind bis acht Tage vor dem Fest bei Bernhard Wittmann, Telefon 09656/310, und Antonia Landgraf, Telefon 09656/382, möglich. Angeboten wird Schweinebraten mit Knödel zum Preis von sieben Euro. (gi)
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