Erinnerung an Bürgermeister Johann Bodensteiner
Plötzlicher Tod mit 56

Fast neun Jahre war Johann Bodensteiner Bürgermeister in Moosbach. Repro: gi
Vermischtes
Moosbach
17.05.2017
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Als am 14. April 1967 in den frühen Nachmittagsstunden die Nachricht vom Tod des erst 56 Jahre alten Bürgermeisters Johann Bodensteiner durch Moosbach eilte, war der Ort wie gelähmt. Noch am Vormittag vertrat Bodensteiner den Markt bei einem sehr schwierigen Termin.

(gi) Tage vorher überfluteten heftige Regenfälle den Ort. Ein Anwesen im Bereich des Marktbachs wurde stark überschwemmt und es entstanden enorme Schäden. Der Besitzer gab dafür der Gemeinde wegen der laufenden Kanalbaumaßnahme die Schuld. Bodensteiner war es nach der Besprechung unwohl, er ging nach Hause. Kurze Zeit später war er, der Metzgermeister und Gastwirt "Zum Roten Ochsen", tot.

Von 1952 bis 1958 war er zweiter Bürgermeister. Mitten in der Zeit des Schulhausneubaues starb Rathauschef Michael Kemnitzer. Bodensteiner wurde zum Nachfolger gewählt und am 14. Juli 1958 in sein Amt eingeführt. Sein Hauptanliegen war es, Moosbach aus dessen Agonie zu befreien, denn die Infrastruktur lag damals sehr im Argen.

Erhitzte Gemüter


Schon kurze Zeit später beauftragte Bodensteiner ein Ingenieurbüro in München mit der Erstellung eines Abwasserprojekts. Und dann ging es Schlag auf Schlag weiter. Im Januar 1960 beantragte Moosbach die Durchführung der Flurbereinigung. Es war ein Projekt, das fast zehn Jahre lang die Gemüter vieler Grundstückseigentümer erhitzte.

Allerdings verbesserte sich durch das Vorhaben die Infrastruktur wesentlich. Ohne Flurbereinigung wäre vieles wie Schulhaus, Turnhalle- und Hallenbadbau, Kläranlage oder Ausweisung eines Gewerbegebiets nicht möglich gewesen. Mit seiner besonnenen und ausgeglichenen Art hatte Bodensteiner maßgeblichen Anteil am Fortgang der Flurbereinigung. Bei den Kommunalwahlen 1960 und 1966 sprachen ihm die Bürger das Vertrauen aus.

1961 sorgte der Gemeindechef für den ersten Bebauungsplan im Bereich des "Ziegelweihers" in Moosbach. 61 Bauparzellen wurden zum Bauen freigegeben. Nichts einzuwenden hatte der Marktrat damals auch gegen den Bau einer Autobahn von Nürnberg nach Prag zwischen Burgtreswitz und Moosbach, die aber nicht zustande kam. 1964 wurde der 1962 begonnene Rathausbau am Marktplatz beendet. Bodensteiner zeigte auch hier Weitsicht, denn für die Gebietsreform sechs Jahre später war das Gebäude eine Grundvoraussetzung. Einen mutigen Beschluss fasste der Bürgermeister am 11. September 1963 mit der Vergabe des ersten Bauabschnittes der Ortskanalisation für mehrere Millionen Mark. 1964 folgte ein weiteres Baugebiet im Bereich "Pfreimdhang". In dieser Zeit waren mehr als 50 neue Wohnhäuser in Moosbach errichtet worden. Es wurde eng mit der Wasserversorgung. Bodensteiner plante die Bohrung eines Tiefbrunnens.

Immer mehr Gäste


Besonders lag ihm aber der Fremdenverkehr am Herzen. Ab Mai 1959 übernahm das Rathaus vom Vorsitzenden des Oberpfälzer Waldvereins Moosbach, Brauereibesitzer Johann Scheuerer, die Organisation des Fremdenverkehrs. Der Andrang der Gäste nahm immer mehr zu. Heimatabende und Urlauberehrungen waren fast an der Tagesordnung. Seit dem Amtsantritt Bodensteiners stiegen die Übernachtungszahlen von 2000 auf über 40 000.

Am 14. April 1967 endete seine Erfolgsbilanz abrupt. Bis zur Wahl eines Nachfolger führte Baumeister Johann Rappl die Amtsgeschäfte. Am 13. Juli 1967 wurde schließlich Scheuerer der neue Rathauschef.
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