Faschings-Asspüln in Moosbach
Vom Holz im Golf zum Alarm im Darm

Bei der Zugabe geht es um einen Lastwagen, der in falscher Richtung in einer Einbahnstraße fährt.
Vermischtes
Moosbach
13.02.2018
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Was ein menschlicher Alarm im Darm alles auslösen kann, erfahren die Zuschauer beim Ausspielen auf dem Moosbacher Marktplatz. Bilder: gi (3)

"Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen", heißt ein altes Sprichwort. Beim Derblecken auf dem Moosbacher Marktplatz bewahrheitet es sich dann auch gleich mehrmals.

Zum Ausgang der närrischen Zeit waren am Faschingsdienstag nochmals viele Hundert Zuschauer zum traditionellen "Faschings-Asspüln" gekommen. Dabei werden seit Jahrzehnten nach altem Brauch Mitbürger derbleckt, denen im abgelaufenen Jahr Kurioses und Lustiges passierte. Die Akteure des Faschingsvereins Moosbach um Präsident Bernhard Beugler hatten durch kriminalistische Recherchen zahlreiche Stücke ausfindig gemacht, die die Lachmuskeln der Besucher schier zum Zerreißen brachten.

Ein großer Lieferant von Episoden war das Heimatfest 2017. Von Problemen beim Entleeren der Bierfässer handelte das erste Stück. Hindernisse beim Nachhauseweg und die lustige Verlosung eines Vereins beim Heimatfest sorgten für weitere Lachsalven, ebenso die unglückliche Baumfällung in Saubersrieth. Die Geschäftsreise eines Moosbachers nach Spanien führte zu Problemen im Ohr. Vom Flugpersonal erhielt er Ohrenstöpsel. Wieder Zuhause angekommen, litt er unter Schwerhörigkeit. Ein hinzugezogener Ohrenarzt beseitigte die Stöpsel - und siehe da, der Mann konnte wieder hören.

Unter dem Motto "Viva Las Vegas" verlief ein feuchtfröhlicher Junggesellenabschied. Plötzlich war das Handy weg. Schließlich, nach langem Suchen, fand es sich zwischen dem Flip-Flop-Schuh und dem Fuß des Bräutigams. Der "Holzgolf" hieß die nächste Darbietung. Freunde machten sich beim Heimatfest einen Scherz und schlichteten das Auto ihres Kameraden mit Holz voll. Dies bemerkte der Fahrer aber erst Zuhause. Währenddessen hatten aufmerksame Nachbarn den "Holzdiebstahl" schon der Polizei gemeldet, die den Ahnungslosen besuchte.

"Schwerer Abschied" war ein weiteres Stück überschrieben. Für das Abschiedsgeschenk eines Betriebsangehörigen, eine Trophäe, wurde ein Steinsockel benötigt. Dieser wurde mit Zahlenangaben in Auftrag gegeben. Anstatt in Millimetern wurde der Sockel in Zentimetern gefertigt. So entstand ein überdimensionaler, zwei Meter großer Steinblock. Was mangelnde Kommunikation alles bewirken kann. Im Sketch "Schrauben, Nägel und auch Lacke, jedoch keine Kabel - Kacke!" saß ein begeisterter Zocker wochenlang vorm Fernseher. Er beschwerte sich über das zu kurz mitgelieferte Kabel der Spielkonsole und reklamierte deshalb. Der Mitarbeiter des Fachmarkts erklärte ihm, dass das Gerät kein Kabel brauche, weil es mit Wlan funktioniere.

Was ein menschlicher Alarm im Darm alles auslösen kann, zeigte die letzte Aufführung. Es ist gar nicht so einfach, wenn sich der Darm laut durch Luft beschwert und entleert, noch dazu mitten im Arbeitsprozess und nicht auf dem stillen Örtchen. Sich in dieser Situation neue und frische Anziehsachen zu besorgen, war nicht einfach.

Riesenapplaus quittierte die gelungenen Darbietungen der Spieler. Erstmals gab es während der Veranstaltung eine Verlosung. Moderator war Peter Wittmann. Mit seiner großartigen Show war er alleine schon den Eintritt wert. Am Abend nahmen die Faschingsbegeisterten Abschied von der "fünften Jahreszeit". Mit Blasmusik ging es gegen Mitternacht vom Gasthof Bodensteiner zum Brunnen am Marktplatz zum "Fosnacht agroom" mit ihrem Präsidenten als Pfarrer.
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