Feuer an Pfarrkirche Moosbach [2. Aktualisierung]
Schwelbrand am Kirchturmdach - 80 Feuerwehrleute im Einsatz

Bild: dob
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Moosbach
17.05.2017
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Schock vor dem Moosbacher Heimatfest: Am Dach der Pfarrkirche St. Peter und Paul bricht ein Schwelbrand aus. Alle Beteiligten handeln schnell. Sie können eine Katastrophe verhindern, nicht jedoch hohen Schaden.

Seit mehreren Monaten laufen die Sanierungsarbeiten an der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Am Mittwochmittag wurden sie jäh unterbrochen – durch einen Schwelbrand am Kirchturmdach. Das Feuer beschädigte das kleine Verbindungsdach zwischen Kirchenschiff und Turm komplett.

Gegen 11.15 Uhr hatte das Unglück seinen Lauf genommen. Ein Arbeiter war damit beschäftigt, das Kupferblech an der Traufe zum Kirchturm zu verlängern und hartzulöten. Dabei entzündeten sich die darunterliegenden Holzbretter. Obwohl der Mann sofort versuchte, die Flammen mit einem bereitstehenden Eimer Wasser zu löschen, war es offenbar aussichtslos, dem Schwelbrand Herr zu werden. Der Handwerker erlitt Brandverletzungen an der Hand. Ein starkes Feuerwehraufgebot eilte nach Moosbach. Wertvolle Dienste leistete die Drehleiter der Vohenstraußer Stützpunktwehr: Die Brandstelle befand sich direkt hinter dem Kirchturm zur Verbindung mit dem Dachstuhl. Die Feuerwehrleute versuchten auch, die Dachhaut mit Motorsägen zu öffnen, um an den direkten Brandherd vorzudringen.


Video: Jürgen Masching

Immer wieder stieg dichter Qualm aus dem Kirchenschiffdach. Pfarrer Josef Most musste mit ansehen, wie der Rauch aus der neu eingedeckten Kirche emporstieg. Eine für den Nachmittag angesetzte Beerdigung wurde in die nahegelegene Wieskirche verlegt.

Die Einsatzleitung der rund 80 Feuerwehrkräfte aus Moosbach, Vohenstrauß, Pleystein, Schönsee, Burgtreswitz, Böhmischbruck, Burkhardsrieth, Heumaden, Saubersrieth, Lohma und Tröbes übernahm Kreisbrandrat Richard Meier, der mit Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer und mehreren Kreisbrandmeistern vor Ort war. Die am Dach eingesetzten Feuerwehrmänner hatten mit den schwierigen Gegebenheiten in rund 30 Metern Höhe zu kämpfen.

Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Vohenstrauß, Polizeihauptkommissar Norbert Kellner, betonte, dass nur das umsichtige Handeln und die eingeleiteten Erstmaßnahmen des Bauarbeiters sowie die sofortige Alarmierung der Feuerwehren ein größeres Ausmaß dieses Schwelbrandes verhindert haben.

Mit großen Augen verfolgten die in unmittelbarer Nachbarschaft untergebrachten Kindergartenkinder die Löscharbeiten der vielen Feuerwehrmänner, die auf dem Kirchplatz eintrafen. Entsetzt waren viele Moosbacher Bürger. Gastwirt Hans Forster versorgte die Feuerwehrleute mit kühlen Getränken. „Das ist kein Kinderspiel, was diese Leute hier leisten“, zollte er den Einsatzkräften seinen Respekt. Vor allem die eingesetzten Atemschutztrupps waren nach ihrem anstrengenden Einsatz komplett durchgeschwitzt.

30.000 Euro SchadenArchitekt Gerfried Mühlbauer, der das umfangreiche Sanierungskonzept an der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Moosbach begleitet, kann sich in seiner über drei Jahrzehnte langen Erfahrung an keinen ähnlichen Schadensfall an einem Gotteshaus erinnern. Bereits am frühen Mittwochnachmittag waren die Arbeiter damit beschäftigt, das vom Brand zerstörte Teil des Daches mit Planen abzudecken, um das Kircheninnere vor etwaigem Regen zu schützen. Löschwasser hat das Innere bereits in Mitleidenschaft gezogen.

Die Polizei meldete zunächst eine Schadenshöhe von mindestens 50.000 Euro, reduzierte die Schätzung dann jedoch auf 30.000. Vorsorglich brachte auch die Wehr aus Schönsee ihre Drehleiter mit und postierte sich damit auf der gegenüberliegenden Seite des Kirchengebäudes beim Gasthof „Zum Goldenen Löwen“. Nicht mehr anzurücken brauchte das Technische Hilfswerk Weiden, das alarmiert worden war. Das BRK war mit zwei Rettungswagen und einer Betreuungseinheit vor Ort, um die Versorgung der Einsatzkräfte sicherzustellen, informierte Organisationsleiter Andreas Scheuner.(dob)


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