29.10.2017 - 20:00 Uhr
MoosbachOberpfalz

Förderverein Schloss Burgtreswitz Feuer unterm Dach

Zwei Jahre nach dem Einbau ist die Brandmeldeanlage im Schloss Burgtreswitz immer noch nicht funktionstüchtig. Das sorgt beim Förderverein für Ärger. Dafür gibt es anderweitig Grund zur Freude.

von Peter GarreissProfil

Burgtreswitz. In der Jahreshauptversammlung in der Gaststube des Schlosses erinnerte Vorsitzender Peter Garreiss an die großen Verluste in den Reihen des Vereins durch drei Sterbefälle. Mit Helga Rast verlor der Verein eine nimmermüde Helferin in allen Belangen und mit Marianne Schmidbauer eine Gönnerin, die dem Schlossmuseum viele Gegenstände als Dauerleihgaben überließ. "Schließlich mussten wir am Tag der Jahreshauptversammlung unser Mitglied des Bautrupps Max Mayer zu Grabe geleiten."

Schriftführer Wolfgang Mayer wies darauf hin, dass die Brandmeldeanlage noch nie in Betrieb genommen werden konnte. Großveranstaltungen im Schloss finden trotzdem statt. Die Brandmeldeanlage gehöre ins Museum auf dem Dachboden mit einem Schild "Das war einmal eine Brandmeldeanlage", meinte er. Vorsitzender Garreiss ergänzte: "Leider fühle sich dafür niemand zuständig und verantwortlich, weder das Architekturbüro Dittmann. das Elektrofachbüro Dittmann oder gar die Elektrofirma, die die Anlage einbaute." Er forderte, dass die Brandmeldeanlage zum Weihnachtsmarkt funktionieren müsse.

Schatzmeister Hermann Gissibl erstattete den Kassenbericht. Garreiss wies auf die erhebliche finanzielle Belastung des Fördervereins bei den Bauabschnitten 4 und 5 hin. 230 000 Euro stellte der Verein dafür der Gemeinde zur Verfügung. Die Kommune hat die Maßnahme noch nicht abgerechnet, so dass die endgültige Kostenbeteiligung des Vereins noch nicht feststehe. Dies hemme die weiteren Planungen. Dass der Förderverein die Sanierungsarbeiten nicht nur finanziell, sondern auch mit Hand- und Spandiensten unterstützt, ging aus dem Bericht des technischen Leiters Adolf Graf hervor. Danach leisteten er, Max Mayer, Erhard Burger und Alfred Gissibl 1073 ehrenamtliche Arbeitsstunden.

46 000 Arbeitsstunden

Graf wies unter Beifall der Mitglieder darauf hin, dass der Bautrupp die im Rahmen des Bauabschnittes 4 und 5 über 6000 Stunden erbracht habe. Garreiss erklärte, dass dies vom Architekten überprüft und bestätigt werden müsse. Sollten die Stunden anerkannt werden, dann wurden die in der Kostenberechnung eingeplanten 5.163 Stunden, die mit 77 450 Euro bewertet sind, bereits überschritten. Der Förderverein würde dann 230 000 Euro plus 77 450 Euro, somit 307 450 Euro in die Maßnahme einbringen. Die Mitglieder haben laut Garreiss seit 1990 insgesamt 46 000 Arbeitsstunden erbracht. "Eine unvorstellbare Zahl, die wohl einmalig in ganz Bayern ist."

Der Verein hat derzeit 430 Angehörige, informierte der Vorsitzende. Damit die Organisation noch stärker werde, müsse die Mitgliederwerbung forciert werden. Für den Weihnachtsmarkt am zweiten Advent habe die Gemeinde die Trägerschaft übernommen. Mit der Ausführung wurde der Förderverein beauftragt. "Wenn wir uns dabei an das Sicherheitskonzept der Gemeinde halten, kann uns haftungsmäßig nichts passieren", gab er zu verstehen. Leider werden aus Sicherheitsgründen die Flächen für die Aussteller immer kleiner, weil der Fletz im ersten Stockwerk und der Eingangsbereich wegfallen.

Keine Barrieren mehr

Garreiss freute sich darüber, dass sich das Schloss nun völlig barrierefrei zeigen kann. Damit wurde endlich ein Traum war. Vom Erdgeschoss bis zum riesigen Dachstuhl hinauf können sich nun Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer frei bewegen. "Das eröffnet völlig neue Perspektiven und Nutzungsmöglichkeiten für das Schloss." Zur Verringerung der Brandgefahr wurde die Beleuchtung im Dachraum auf LED-Lampen umgestellt. Bei Führungen im Dachgeschoss sei die Teilnehmerzahl allerdings auf acht Personen beschränkt. Garreiss sprach auch den neuen Saal an. Nach der Installation des Wandbehangs folgen zwölf Vorhänge, auf denen Wappen aus der Schlossgeschichte aufgestickt sind. Hier suche man noch nach Sponsoren. Wandbehang und Vorhänge verbessern die Akustik erheblich.

Garreiss ging außerdem auf die bevorstehende Neuwahl der Führungsriege im April 2018 ein. Hier zeichne sich ein Wechsel ab. Aufgabe bis dahin sei es, eine neue Vereinsführung zu bekommen. Um Überlastungen von Vorstandsmitgliedern zu vermeiden, sollten eventuell die Geschäfte aufgeteilt werden.

Bürgermeister Hermann Ach dankte den Schlossgeistern für die Arbeit. Er sprach auch den Streit mit der Firma Hartung wegen der Brandmeldeanlage an. Pfarrer Josef Most erklärte, dass er den Hut vor den Leistungen dieses "Riesenvereins" ziehe. Die Spende einer Zuckerwattemaschine durch Gisela Süß aus Ragenwies wurde am Ende der Versammlung dankend angenommen. Sie soll bereits beim Weihnachtsmarkt eingesetzt werden. Weiter regten die Teilnehmer die Anbringung eines Banners auf dem Dachfirst des Schlosses an. Dies prüfe der Vorstand.

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