09.03.2018 - 20:00 Uhr
Moosbach

Informationsabend der Moosbacher CSU Schrecken der Landwirte

In der Kulturlandschaft Bayern breiten sich zunehmend Tierarten aus, die bislang als ausgestorben oder bedroht galten. Über Gefahren für den ländlichen Raum durch Wolf, Biber, Otter und Co. geht es bei einem Informationsabend der Moosbacher CSU.

Alexander Flierl (stehend) informiert über die Probleme mit den neu eingewanderten Wildtieren. Bild: gi
von Peter GarreissProfil

Der Ortsverband und die Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft des CSU-Kreisverbands Neustadt hatten zu diesem Thema eingeladen. Das Gastzimmer im Gasthof Bodensteiner war voll besetzt. Referent war der Landtagsabgeordnete Alexander Flierl. Er sah in den zuwandernden oder wieder angesiedelten Tieren ein großes Konfliktpotenzial. Die Sicherheit vor allem der Naturnutzer sei gefährdet.

Auch die Artenvielfalt, der Naturschutz, der Schutz heimischer Tiere und das Jagdwesen seien in großer Gefahr, meinte der Abgeordnete. Massive Probleme kämen auf die Weidetierhaltung und die Teichwirtschaft zu. Der Biber habe gezeigt, wie man es nicht machen sollte. Heute lebten 20 000 dieser Tiere in Bayern und die Schäden seien immens. 450 000 Euro stehen dafür im Entschädigungsfonds, die Oberpfalz benötige 74 Prozent aus diesem Topf.

Auch der Kormoran sei fleißig. Das Mink falle nicht unter das Jagdrecht. Luchs, Gänsesäger, Fisch- und Seeadler machten keine Probleme. Als Schrecken der Teichwirte gelte der Fischotter. "Der Wolf ist da, und damit müssen wir leben", sagte Flierl. Es gehe jetzt nur noch um den Umgang mit diesem Tier. "Wir sollten alles dransetzen, dass es beim Wolf nicht so weit kommt wie beim Biber." Die Diskussion dürfe nicht nur intern von Fachleuten, sondern auch von den Bürgern und Landnutzern geführt werden. Es müsse die Möglichkeit geschaffen werden, dass der Mensch die Wolfs-Population regulieren könne. Auch in Zukunft müsse die traditionelle, über Jahrhunderte gewachsene Weidewirtschaft mit herkömmlichen Methoden möglich sein. Diese Kulturlandschaft als Erholungsraum für die Bevölkerung sei Grundlage des Fremdenverkehrs oder für eine hohe tierische und pflanzliche Artenvielfalt.

Er forderte den Landtag auf, schnellstmöglich Fördermöglichkeiten für Präventionsmaßnahmen zu prüfen und zeitnah den Managementplan "Wölfe in Bayern - Stufe 3" für Populationen mit Reproduktion zu erarbeiten, denn es gebe bereits rund 20 000 Wölfe in Europa. Wenn es so weitergehe, sind Jagden nicht mehr verpachtbar. Denn welcher Jagdpächter könne für die Wildschäden noch haften?

In der Diskussion wurde der Ruf nach Praktikern laut. "Welche Rechtfertigung gibt es, die Biber bei uns wieder anzusiedeln?" "Wie hoch müssen Wolfszäune sein?" "Wie viele Hunde sind zur Abhaltung des Wolfs erforderlich?" Fragen über Fragen, die vom Gesetzgeber noch nicht beantwortet sind. "Was ist ein Problem-Wolf, der geschossen werden darf?" Jeder Wolf sei ein Problem-Wolf, meinten viele Zuhörer. Teichwirte hätten gegen den Fischotter keine Chance mehr, fanden die Teilnehmer. Bei so einer Politik gehe das Sterben der Land- und Teichwirtbetriebe weiter.

Flierl bat die Landwirte, die Flinte nicht ins Korn zu werfen. Der Schutz des Menschen habe höchste Priorität. "Die Politik sucht nach Lösungen." Die Bürokratie könne nicht alles machen. Es müsse wahrscheinlich soweit kommen, dass der Wolf den Menschen angreife, stellten einige resignierend fest.

In der Debatte wurden auch die seit 20 Jahren verlangten Ausgleichsflächen kritisiert. Selbst für einen Radweg müssen heutzutage schon Ausgleichsflächen bereitgestellt werden. Kreisrat Stephan Oetzinger meinte, dass bei der ganzen Wolfs-Problematik der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse". Auch die Interessen der Land-, Teich- und Waldwirte hätten Vorrang.

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