13.03.2018 - 20:00 Uhr
Moosbach

Jahreshauptversammlung der BJV-Kreisgruppe Vohenstrauß Schweinepest nicht Jäger-Sache

"Ich mag den Wolf und mir gefällt er, aber nur wohin mit ihm?", gesteht Christian Ertl. Aber auch die Afrikanische Schweinepest oder der sogenannte "Saufang" beschäftigen den Vorsitzenden der Kreisgruppe Vohenstrauß im Bayerischen Jagdverband.

Vorsitzender Christian Ertl (links) und Stellvertreter Peter Wild (rechts) ehren die treuen Mitglieder Michael Forster, Johann Bodensteiner und Ludwig Hartl (von links) mit Urkunden. Bild: gi
von Peter GarreissProfil

Moosbach/Vohenstrauß. In der gut besuchten Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Vohenstrauß des Bayerischen Jagdverbands (BJV) im Gasthof Bodensteiner berichtete Kassier Hans-Peter Klünner zunächst über eine geordnete Kassenlage. 8536 Euro mussten an den Landesverband abgeführt werden.

Klünner sprach auch die Gebühren für die Radiocäsium-Messung an. Für belastete Schweine werden 10 Euro, für unbelastete Schweine nur 5 Euro erhoben. Belastete Schweine können gegen Vorlage des Jagdscheines kostenlos in Rothenstadt abgegeben werden. 2015 wurden 251 und 2016 insgesamt 324 Proben durchgeführt. Alle begrüßten die jetzige Lösung mit dem Moosbacher Tierarzt Dr. Hubert Reindl. Vorsitzender Ertl wies darauf hin, dass Schwarzwildaufbrüche bei der Straßenmeisterei in Vohenstrauß entsorgt werden. Dies gelte aber nicht, wenn die Tieren bei Unfällen getötet werden.

Kritik an "Hetzjagden"

Anschließend blickte er auf die vielen Aktivitäten im vergangenen Jahr zurück. Er nannte besonders die Hegeschau im Schloss Burgtreswitz und dankte dem Förderverein Schloss Burgtreswitz um Vorsitzenden Peter Garreiss für die große Unterstützung. Unter dem Motto "Natur erleben und begreifen" nutzten die Grundschüler die Hegeschau sowie das Jagdmuseum im Schloss und machten sich mit Wald sowie Wild vertraut. Interessant für die Jäger war auch die "Saufang"-Info-Veranstaltung auf dem Fahrenberg. Gegner davon lehnten dies jedoch ab und sprächen sogar von "Hetzjagden".

In Sachen Wolf brachte der Vorsitzende naturbelassene Gebieten oder Grafenwöhr ins Spiel. Ertl wies darauf hin, dass die zuständigen Stellen bei der Meldung der Anzahl der Beutegreifer 2017 noch mit Daten von 2013 arbeiteten. Mittlerweile seien bundesweit schon über 500 Wölfe da, schätzte er. "Die Zahl darf nicht mehr zunehmen, sonst sind keine Hundeführer mehr bereit, ihre Hunde in den Wald zu lassen."

Problem des Staats

Ertl erklärte auch, dass der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nicht mit der Schwarzwilddichte zusammenhänge. Deshalb sei die Schweinepest ein Problem des Staats und nicht der Jäger. Sicherlich trage das Schwarzwild aber zur Ausbreitung mit bei. Selbst bei der Bekämpfung der ASP habe immer noch der Tier- und Mutterschutz Vorrang. Ertl informierte weiter über den Einsatz von Nachtsichtgeräten bei der Schwarzwildjagd. Dazu benötige man eine jagdrechtliche und eine wasserrechtliche Genehmigung.

Der Sprecher erläuterte danach den Abschussplan. Dieser sei eine Urkunde. Fälschungen seien strafbar. Das Vegetationsgutachten stehe derzeit an. Leider sei dies wegen dem Wolf etwas untergegangen. Michael Forster erklärte, dass das Gutachten alle drei Jahre erstellt werden müsse. "Wir müssen das machen, weil es politischer Wille ist", meinte Forster. Bis Ende April sei es fertig. In Zukunft laufe alles digital.

Hundeobmann Roland Bäumler erklärte, dass es Gespräche über eine Hundeprüfung am Freitag, 20. April, um 19.30 Uhr gibt. Eine Woche später beginne die Ausbildung. Über ihre Beitragspflicht bei der Berufsgenossenschaft freuten sich die Jäger überhaupt nicht. Genau genommen müssten also die Landwirte und die Jagdpächter doppelt für denselben Grund zahlen. Die Hegeschau geht heuer in Tännesberg über die Bühne.

Ausgezeichnete Mitglieder

Vorsitzender Christian Ertl und sein Stellvertreter Peter Wild ehrten in der Jahreshauptversammlung unter Beifall treue Mitglieder. Für 25 Jahre zeichneten sie Michael Forster aus Eslarn aus.

Als große Stütze der Kreisgruppe wurde der langjährige Hegeringleiter Ludwig Hartl aus Tännesberg geehrt. Die Verantwortlichen dankten ihm für 50 Jahre Zugehörigkeit mit Urkunde und Abzeichen. Bereits 60 Jahre gehört Gastwirt Johann Bodensteiner aus Moosbach der Kreisgruppe an. Ertl wies darauf hin, dass Bodensteiner die Jagdhornbläser mit gegründet habe.

Er sei der erste Hornmeister gewesen. Bodensteiner kümmere sich auch um die Fuchsentsorgung. Beim ihm fühlen sich die Jäger zu Hause. Außerdem gilt er als Urgestein der Kreisgruppe. (gi)

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