09.07.2017 - 16:46 Uhr
MoosbachOberpfalz

Ragenwieser treffen CSU-Markträte Angst vor Windrädern wächst

Die Ragenwieser sagen CSU-Markträten bei einem Treffen, was ihnen auf den Nägeln brennt. Die geplanten Windräder im Waldgebiet Bromberg sowie die katastrophalen Zustände der Straße von Saubersrieth nach Ragenwies sind die größten Probleme.

Mit Sorge blicken die Einwohner von Ragenwies unter ihrer jahrhundertealten Dorflinde hinüber zum Bromberg, auf dem sie die Errichtung von Windkraftanlagen befürchten. Bild: gi
von Peter GarreissProfil

Ragenwies. Zunächst führte Franz Eger die Teilnehmer in die von 1982 bis 1986 für 143 000 Mark mit vielen Eigenleistungen des Dorfs gebaute Kapelle. 2016 musste das Dach erneuert werden. Auch das äußere Erscheinungsbild wurde verbessert. "Man legte beim damaligen Bau und bei der jetzigen Renovierung besonderen Wert auf ein schlichtes und einfaches Aussehen der Kapelle", betonte Eger. 14 000 Euro fielen an Kosten an. 10 000 Euro musste die Gemeinde vorschießen. Das Dorf wolle davon einen Teil aufbringen. Laut Bürgermeister Hermann Ach sollte der kommunale Anteil auf 5000 Euro abgebaut werden.

Danach folgte die Versammlung im Dorfgasthaus Feil. Aus fast jedem Anwesen war ein Vertreter gekommen. Erstes Thema war die Ausweisung von Bauplätzen. Es gebe Nachfragen nach Bauland und leerstehende Wohngebäude. Alte Häuser könnten den Bedarf an Bauplätzen nicht voll decken. "Ohne neue Baugebiete geht es nicht, sonst laufen uns die jungen Leute davon", war die Meinung aller.

Josef Hierold erklärte, dass die für die Gemeinderäte erstellte Liste der Leerstände in der Kommune nicht passe. "Da sind Anwesen aufgeführt, die nicht zum Kauf anstehen." Objekte seien nur interessant, wenn der Eigentümer verkaufsbereit sei.

Eger sprach die Sorgen der Bevölkerung wegen der geplanten Windräder auf dem Bromberg an. "So ein Projekt betreffe viele Dorfgenerationen und würde weitere leerstehende Wohnhäuser produzieren", meinte er. CSU-Vorsitzende Erika versuchte, die Ängste zu zerstreuen. Die Prüfung, ob Windräder gebaut werden können oder nicht, liege beim Marktrat. Trotz Untersuchungen durch Fachbüros, ob das Bromberg-Gebiet geeignet wäre, bleibe der Markt stets Herr des Verfahrens.

Sollte das Gebiet untauglich sein, gebe es keine Probleme. Wenn das Gebiet für Windräder tauglich ist, müsse der Gemeinderat entscheiden. "Dabei müssen wir uns die Meinung der betroffenen Bürger schon anschauen", fand sie.

Peter Süß bat die Gemeinderäte um eine Entscheidung im Sinne der Bürger. Der Ex-Berliner betonte, dass "es nicht meine Absicht war, nach Ragenwies umzusiedeln, um dann vor der Haustüre Windräder hingestellt zu bekommen". Er habe seine Bedenken bereits in einem Schreiben an die Gemeinde dargelegt und Bürgermeister Ach gebeten, es an den Marktrat weiterzugeben, was offenbar noch nicht geschehen sei. Er bemängelte auch, dass noch keine Pläne öffentlich ausliegen.

Johann Ach sprach den schlimmen Zustand der Straße von Saubersrieth nach Ragenwies an. Stattdessen werde die Strecke von Niederland nach Etzgersrieth ausgebaut. Sauer wies darauf hin, dass sich die Mehrheit im Gemeinderat für den Ausbau der Straße nach Etzgersrieth entschieden habe. Sie nannte als Zwischenlösung eine Beseitigung der größten Schlaglöcher. Hierold forderte jedoch den Neubau der Straße. Er bemängelte, dass noch gar kein Förderantrag dafür gestellt wurde. Dies soll nun im Marktrat beantragt werden.

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