Ausflüge in der Region
Auf der Naab von Wernberg nach Nabburg

kurz vor Nabburg
Freizeit
Nabburg
26.05.2017
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Wanderung ist etwas zu hoch gegriffen für die Bootstour mit den Mitgliedern des Paddelclubs Nabburg. Besser passt das bayerische Wort „einegschmeckt“. Für Einsteiger und Gelegenheitspaddler ist die halbtägige Fahrt von Wernberg-Köblitz bis Nabburg aber gerade die richtige Dosis.

In Wernberg bleibt die Burg mit Hotel und Edelgastronomie schnell links hinter den Kajak- und Kanufahrern liegen. Bald drängt sich rechter Hand der Eixlberg ins Bild. Die rhythmischen Paddelschläge im Zweier mit Tobias Hartinger geben Takt und Tempo vor. Schnelligkeit ist an diesem Tag nicht Trumpf, sondern der Genuss - der Ruhe, der neuen Blickwinkel und der saftig grünen Landschaft, die langsam vorbeizieht. Hie und da fliegt ein Wildenten-Paar aufgeschreckt davon. Fische springen aus dem Wasser oder tauchen vor dem Schatten der Boote ab.

Ein bizarres Gerippe ragt plötzlich aus dem Nass. Es sind die Reste eines Baumes, die in der Sonne silbrig glänzen. Vom Ufer grüßt ab und an ein Angler. Der Blick fällt auf St. Peter und Paul, die Perschener Kirche, der das Brotzeitstüberl des Edelmannshofes zu Füßen liegt. Am Ufer verbringen Jugendliche einen lustigen Nachmittag. Worauf die Nabburger Paddler besonders hinweisen, sind die unzähligen Biberspuren an Bäumen, aber auch kleine Pfade aus dem Wasser über die Uferböschung. „Auf der Insel kurz vor Nabburg halten sie sogar den Bewuchs klein“, erzählt ein Kanute.

Die mittelalterliche Altstadt mit dem Johannesdom kommt in Sicht und damit der spannendste Teil der Tour. Vor dem Gelände des Paddelclubs zweigt links der Wiesmühlbach ab. Je nach Wasserstand ist er für Einer- und Zweier-Kajaks befahrbar. Engstellen und Rohrdurchlass bieten einen willkommenen Kontrast zum bislang beschaulichen Fahren auf dem breiten, strömungsarmen Fluss. Die „Nabburger Stromschnellen“, wie Brigitte Rösch die Wirbel und Strömungen um die Brückenpfeiler nennt, lassen zum Abschluss einen leisen Hauch von Wildwasser erkennen. Das ist ganz nach dem Geschmack des zweieinhalbjährigen Toni, der im Kajak seines Papas mitfahren darf. Toni wollte schon fast einmal aussteigen, weil es ihm auf der ruhigen Naab zu fad wurde.

Tipps zur Route
Route: Die Etappe ist etwa 10 Kilometer lang und Teil einer Tagestour von Luhe-Wildenau nach Nabburg (etwa 21 Kilometer). Sie dauert etwa drei Stunden und eignet sich für Familien, Einsteiger und Gruppen mit unterschiedlichem Können als Nachmittagsausflug. Gemächlich ohne Schwierigkeitsgrade können auch weniger Routinierte ihrem Ziel entgegen paddeln. Die Einstiegs- und Ausstiegsstellen in Wernberg und bei der Nabburger Nordgauhalle sind gut befestigt. Bei den Wehren in Untersteinbach und Nabburg bleibt die Wahl zwischen Umtragen und Umfahren. Das Tourismusbüro Oberpfälzer Wald hält eine ausführliche Bootswanderbroschüre bereit, Telefon 09433/203810, www.oberpfaelzerwald.de

Wiemühlbach: Der Wiesmühlbach ist mit 400 Metern der längste Umgehungsbach der Naab. Die Fischaufstiegshilfe wurde im Juli 2009, nicht nur zur Freude der Wassertiere, freigegeben. Eine Besonderheit ist ein 2,20 Meter breiter Rohrdurchlass. Darüber erschließt eine Brücke die Anwesen der Wiesmühle. Inzwischen ist der künstlich angelegte Bachlauf so mit der Umgebung verwachsen, dass er natürlich wirkt.

Wassersportvereine: Entlang der Naab gibt es zahlreiche Kanu- und Paddelclubs. Die Mitglieder des Nabburger Vereins sind auf vielen Flüssen unterwegs, an Wettbewerben beteiligen sie sich nicht. Auf dem Gelände ist für Bootswanderer eine Übernachtung in Kleingruppen möglich. Rund 50 Perschen zelten dort jährlich, schätzt Brigitte Rösch. „Das hängt vom Sommer ab. Die Übernachtung ist kostenlos, der Verein freut sich aber über eine Spende. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die meisten kündigen sich aber an. www.paddelclub-nabburg.npage.de. Übrigens das Vereinsgelände liegt in Venedig (Stadtteil von Nabburg).

Einkehrtipps: Emmausklause. Wer in Untersteinbach wegen des Wehrs einen Landgang macht, kann die Klosterkirche auf dem Eixlberg besichtigen. Im ehemaligen Mesnerhaus befindet sich die Emmausklause, die vom Oberpfälzer Waldverein bewirtschaftet wird. Öffnungszeiten: Samstag 14 bis 18 Uhr und Sonntag 14 bis 19 Uhr. www.owv-pfreimd.de/aktuelles

Brotzeitstüberl: In Perschen lohnt die Kirche St. Peter und Paul mit Karner ebenso zu einer Besichtigung wie der Edelmannshof als Teil des Oberpfälzer Freilandmuseums Neusath-Perschen. Das Brotzeitstüberl ist Freitag ab 12 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertaden ab 9 Uhr geöffnet. Eine befestigte Anlegestelle führt direkt zur Terrasse über der Naab, Telefon 09433/486, www.freilandmuseum.org

Anfahrt: Aus Richtung Regensburg und Weiden von der A 93 an der Ausfahrt Wernberg-Köblitz abfahren. Auf der B 14 Richtung Ortsmitte fahren. Aus Richtung Amberg die B 14 über Schnaittenbach benutzen. Die Straße führt in Wernberg-Köblitz unter der Bahntrasse durch über die Naabbrücke. Gleich nach der Brücke rechts abbiegen. Aus östlicher Richtung in Wernberg-Ost die A 6 verlasen und weiter Richtung Wernberg-Köblitz. Über den Marktplatz auf der B 14 Richtung Schnaittenbach vor der Brücke links abbiegen.

Bootsverleih und -transport: Kanusport Frieser, Weiden, Telefon 0961/25003, www.kanusport-frieser.de
Huber Naturerlebnis, bei der Nordgauhalle in Nabburg, Telefon 09642/3573, Mobil 0171 8023422.
Wer auf eigene Faust unterwegs ist, kann bei der Nordgauhalle sein Boot fest machen und mit dem Zug nach Wernberg-Köblitz zum Auto zurückkehren.


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