Emmaus-Gang ins Museum

An den Ostermontag-Aktionen des Freilandmuseums fanden vor allem die Kinder sichtlich Spaß. Bilder: eya (2)
Freizeit
Nabburg
03.04.2018
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Künstler aus Tschechien zeigten, wie sie Ostereier verzieren können. Das Resultat bewunderten die Museumsbesucher.

Die Sonne strahlt und lädt zu einem Emmaus-Gang ins Freilandmuseum ein. Handwerker, Künstler und Gästeführer sind dort auf den großen Ansturm vorbereitet. Insgesamt 2000 Besucher sind am Ostermontag auf dem Gelände und bekommen jede Menge Attraktionen zu bewundern.

-Neusath. Im Denkenbauernhof (Stiftlanddorf) stellten Alena Mrázková und Pavel Koezlouzek, die aus Hrádek und Rokycany (Tschechische Republik) angereist waren, ihre beeindruckende Kunsttechnik vom Verzieren der Ostereier aus. Hierzu werden Wachsmalstifte und flüssige Eierfarbe verwendet. Die Verzierungen werden mit speziell zugeschnittenen Tauben- oder Gänsefedern auf die Eier aufgetragen. Alena Mrázková verschönert schon seit vielen Jahren Eier in allen Größen mit Wachsreliefmotiven.

Dank fürs Peitschen

Bei der Madeira-Technik werden in die mit Wachs verzierten Eier mit viel Geschick Lochmuster gebohrt, die der Madeiraspitze ähneln. So entstehen einzigartige Kunstwerke, die traditionell zu den Osterfeiertagen gehören und neues Leben symbolisieren. Die kleinen Gäste konnten diese spezielle Verziertechnik mit bereitgestellten Utensilien an Ostereiern ausgiebig testen und die eigens erstellten Kunstwerke mit nach Hause nehmen.

Ein weiteres Frühlingssymbol, welches im slawischen Brauchtum zu finden ist, stellen die "Osterpeitschen" dar. Hierbei werden vor Ostern Peitschen aus frischen Weidenruten (sechs bis zwölf Stück) geflochten und mit bunten Bändern geschmückt. Mit diesen Osterpeitschen gehen Buben und Männer am Ostermontagvormittag zum sogenannten "Eierpeitschen". Es handelt sich hierbei um ein symbolisches "Auspeitschen", das im Frühjahr Fruchtbarkeit, Gesundheit und neue Kraft schenken soll. Dieser Brauch wird von Reimen und Liedern begleitet. Die angesprochenen Frauen und Mädchen danken dafür mit bunten Ostereiern, manchmal auch mit einer kleinen Bewirtung. Die Peitsche kann nach Ostern eingepflanzt werden und mit etwas Glück wächst dann im Garten eine echte "Osterweide".

Spaß am Kegeln

Langeweile kam beim bunt gemischten Publikum wahrlich nicht auf. Georg Winderl erklärte anschaulich den Bau eines Holzrechens. "Dieser besteht aus hochwertigem Buchen- und Fichtenholz", erläuterte er sein vorgeführtes Handwerksgeschick stolz. Beim "Schallerhof" wurden in historischen Öfen von Bäcker Paulus schmackhafte Osterbrote, Schmierkuchen, Hefezöpfe und das beliebte Museumsbrot gebacken und verkauft.

Für Jung und Alt war die historische Holzkegelbahn geöffnet. Eine lange Schlange an begeisterten Kegelfreunden versammelte sich und ließ sie die Kugeln kraftvoll in die Holzkegel flitzen. Jeanette Ring bot ebenso eine tolle Mitmachaktion für Kinder an. Unter ihrer Leitung konnten die kleinen Künstler kostenlos eigene Stofftaschen mit bunten Farben und verschiedenen Holzmodell-Stempeln wie Blumen, Federn, Buchstaben, Tieren und vielem mehr kreieren und mitnehmen.

Unterwegs mit Führern

Wer sich für die kulturhistorische Landschaft der Oberpfalz oder den Eigenheiten des Lebens im ländlichen Raum während der letzten 200 Jahre interessierte, konnte an kostenlosen Führungen, geleitet von den Museumsgästeführern, teilnehmen.
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