07.03.2018 - 20:10 Uhr
Nabburg

Karl Beer hilft Nabburger Störchen in Bayern zu überwintern Winterfutter für die Störche

Die Nabburger Störche sind über den Winter da geblieben. Die Minusgrade machen ihnen gar nicht so sehr zu schaffen. Vielmehr haben sie bei Dauerfrost Probleme, Futter zu finden. Da hilft ihnen Karl Beer.

Wenn's klirrend kalt ist, kommt Karl Beer jeden Tag auf die Wiese an der Autobahn bei Diendorf, um den Störchen Eintagsküken zu servieren. Bild: exb
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Die Störche im Nest auf dem Turm der Friedhofskirche St. Georg sind seit vielen Jahrhunderten ein echter Blickfang in der Stadt. Während sie in früheren Jahren meist Ende September in das Winterquartier nach Südafrika abflogen, bleiben jetzt immer mehr Storchenpaare auch während der kalten Wintermonate in Bayern. Diesen Schritt wagten im Winter 2017/18 auch die beiden Nabburger Störche und blieben ihrer angestammten Heimat treu.Die Frostnächte in der vergangenen Woche haben sie gut und unbeschadet überstanden, da sie von Storchenbetreuer Karl Beer regelmäßig gefüttert wurden.

Mittlerweile gehören die Störche auf den Wiesen zwischen der Autobahn und dem unteren Dorf bei Diendorf zum alltäglichen Bild. Dort serviert ihnen Storchenbetreuer Karl Beer immer am Vormittag Eintagsküken. "Und die Tiere warten schon geduldig darauf", betont Beer. Denn während der Frostperiode fanden sie weder Kleintiere noch Mäuse auf den Wiesen und Feldern und waren deshalb für jede Futterration dankbar.

Die beiden Störche hatten sich während der zurückliegenden Wintermonate schnell auf die Fütterung eingestellt. "Immer wenn mein Auto in der Nähe des Futterplatzes auftaucht, kommen die Störche schon geflogen", so Beer, der die Fahrt von seiner Wohnung hinüber nach Diendorf gerne auch zwei Mal am Tag unternimmt, um nachzusehen, ob mit den gefiederten Freunden auch alles in Ordnung ist. Während der Frosttage in der vergangenen Woche mit dem eisigen böhmischen Wind suchten die beiden Adebars tagsüber Schutz hinter einer Wiesenhecke oder nutzten einen Holzstoß unmittelbar neben dem Futterplatz als Windschutz. Bei Einbruch der Dunkelheit flogen sie dann regelmäßig auf das Nest auf der Friedhofskirche, um dort zu übernachten.

Besonders während der Tage mit beachtlichen Minustemperaturen bis zu 15 Grad entwickelten die beiden Störche großen Appetit. "Acht bis zehn Eintagsküken verschlang jeder der beiden Störche innerhalb weniger Minuten", erzählt Beer. Die Tiere waren damit für den Rest des Tages gefüttert. Während der etwas wärmeren Tage im Januar suchten sich beide Störche einen Teil ihrer Nahrung noch selbst auf den Feldern und Wiesen bei Diendorf und brauchten deshalb auch entsprechend weniger gefüttert zu werden. Die Nahrung für "seine Störche" kauft der Nabburger Storchenbetreuer in größeren Mengen und tiefgefroren. So hat er während der kalten Wintermonate rund 750 Eintagsküken verfüttert.

Oft wird Karl Beer auch gefragt, wer das Futter für die Störche bezahlt. Doch darüber braucht sich derzeit niemand den Kopf zu zerbrechen, denn in der Stadt gibt es eine Vielzahl von Wohltätern, die gerne für diesen Zweck spenden. Schließlich haben sich im Jahre 2011 in Nabburg auch mehrere Bürger zusammengefunden und die "Storchenfreunde Nabburg" ins Leben gerufen und ein Spendenkonto eingerichtet. "Da haben wir noch genügend Finanzmittel, um die Störche auch in den nächsten Jahren zu füttern", ist Storchenbetreuer Beer froh. Er ist zuversichtlich, dass auch heuer bald mit dem Brutgeschäft im Nest auf der Friedhofskirche begonnen wird und dann während der Sommermonate die nächsten Jungstörche im Nest heranwachsen.

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