30.08.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Wildkräuterführung im Freilandmuseum Die Vielfalt der wilden Hecke

Hagebutte hat viel Vitamin C und Hopfen beruhigt: Welche Wirkung verschiedene Wildkräuter haben, erfuhren die Teilnehmer bei einer Sonderführung im Oberpfälzer Freilandmuseum.

Kräuterführerin Ulrike Gschwendtner zeigte den Teilnehmern an der Sonderführung Wildkräuter und ihre Wirkungsweise. Bild: eya
von Redaktion OnetzProfil

Zusammen mit der zertifizierten Kräuterführerin Ulrike Gschwendtner gingen die Teilnehmer bei der 90 Minuten langen Führung im Freilandmuseum auf die Spur wilder Kräuter und ihrer Wirkung. Die Vorträge erfreuen sich laut Gschwendtner immer sehr großer Beliebtheit, so dass diese in kleineren Gruppen mit 26 Teilnehmern abgehalten werden um die Inhalte besser vermitteln zu können.

Themen des Vortrags waren die heimische Wildhecke und deren Bedeutung früher und heute sowie die Verwendung von Kräutern, Früchten und Pflanzen als Nahrungs- oder Heilmittel. Früher verstand sich die Hecke laut Gschwendtner als natürlicher Gehöftschutz, die die Bewohner vorrangig vor Wölfen und anderen wilden Tieren schützen sollte. Heute sei sie wegen der zunehmenden Einfriedung der Grundstücke ein oftmals vernachlässigtes Gut. Heimisches Gewächs wie Brennnessel, Dohle, Berberitze, Hagebutte müsste wieder mehr in den Gärten angesiedelt werden, betonte die Referentin, da es auch Nahrung und Lebensraum für verschiedene Tiere biete. Die wilde Hecke biete unberührte Natur und perfekte Bedingungen für allerlei heimische Wildkräuter.

"Die Wilden sind nicht zu schlagen": Die zertifizierte Kräuterführerin führte anhand verschiedener Beispiele aus, was sie damit genau meint. So sei die "wilde Rose" - wie die Hagebutte auch genannt wird - ein wahrer Vitamin-C-Protz, Beifuß wirke Fett verbrennend, Hopfen habe in Teeform eine beruhigende Wirkung und die Früchte der Berberitze könnten als Rosinenersatz in getrockneter Form verzehrt werden. Eine Kostprobe hatte Gschwendtner für die Vortragsbesucher auch im Gepäck. Als "Gold" der Brennnessel werden die Samen bezeichnet, die sie in getrockneter Form auf Gurkenscheiben garniert zur Verköstigung bereitstellte. Beliebte Wildkräuter seien ebenso Gänseblümchen, Löwenzahn, Giersch und Brennnessel.

Um ungetrübten Pflanzen- und Kräutergenuss erleben zu können, ist es laut Ulrike Gschwendtner aber ratsam, sich vorab über die Verträglichkeit zu informieren. Das Buch "Was blüht denn da?" sei hierfür eine gute Informationsquelle. Im Zweifel solle man die Pflanzen, Beeren und Kräuter einfach stehen lassen.

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