05.03.2018 - 20:00 Uhr
Nabburg

Ausstellung zum Saisonauftakt im Oberpfälzer Freilandmuseum Ideologie und Wirklichkeit auf dem Land

-Neusath. Die Saison im Oberpfälzer Freilandmuseum beginnt in diesem Jahr am Samstag, 17. März. Im Ausstellungsgebäude wird die Ausstellung "Volk Heimat Dorf - Ideologie und Wirklichkeit im ländlichen Bayern der 1930 und 1940er Jahre" gezeigt, die von der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Freilichtmuseen erarbeitet worden ist.

Die Ausstellung "Volk Heimat Dorf - Ideologie und Wirklichkeit im ländlichen Bayern der 1930 und 1940er Jahre" - hier ein Blick darauf - ist zum Saisonstart in Neusath zu sehen. Bild: exb
von Externer BeitragProfil

In dieser Ausstellung, die sich mit einem schwierigen Abschnitt unserer Geschichte beschäftigt, steht nicht die große Politik im Mittelpunkt, sondern ihre Auswirkungen auf den ländlichen Alltag. Die Probleme der Landbevölkerung zwischen Erzeugungsschlacht und Hungersnot, zwischen Blut und Boden, Ideologie und Alltagsbewältigung, die Inklusion und Exklusion verschiedener Bevölkerungsgruppen vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Drei Aufsätze des Begleitbandes behandeln Oberpfälzer Themen. Lorenz Burger schreibt über Barackenbauten in der Oberpfalz und das Oberpfälzer Rotvieh und Sebastian Schott stellt den Weidener Großviehhändler Leopold Engelmann vor, exemplarisch für den Kampf der Nationalsozialisten gegen die jüdischen Viehhändler. Ein ganz anderer Zeitzeuge ist der Hans, den das Museum in der zweiten Saisonhälfte vorstellt. Er ist einfach aus der Zeit gefallen und konnte oder wollte sich nicht den Veränderungen in der Landwirtschaft nach dem Krieg anpassen. "Der Hans hat, was er braucht, und was er nicht hat, das braucht er nicht", heißt es im Begleittext von Josef Paukner. Stefan Winkelhöfer hat dieses einfache Leben eindrucksvoll fotografiert und zeigt es während einer Ausstellung im Museum. Dabei hat es gerade in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf dem Lande so viele Veränderungen gegeben, wie nie zuvor.

Durch Zeitzeugenbefragungen haben Studenten der Uni Regensburg aus den Bereichen Vergleichende Kulturwissenschaften, Bayerische Landesgeschichte und Wirtschaftsgeschichte versucht möglichst viele Aspekte dieser Veränderungen zu erforschen. Ihre Ergebnisse werden im Freilandmuseum zu sehen sein.

Zum Motto Zeitzeugen gehört auch ein Projekt, bei dem versucht werden soll, Senioren nicht nur als Besucher des Museums zu empfangen, sondern ihre Erfahrungen und ihr Wissen willkommen zu heißen. Dieses Projekt soll mit Eveline Seitz von der Fachstelle für Senioren im Landkreis und mit der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften unter der Leitung von Dr. Irmgard Schroll-Decker gestartet werden. Das Freilandmuseum hofft, dass durch die vielen Aktivitäten im Jahr 2018 sich noch andere Besucher bereiterklären, ihr Wissen dem Museum zur Verfügung zu stellen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp