13.03.2017 - 18:22 Uhr
NabburgOberpfalz

Ausstellungseröffnung im Schmidt-Haus Charakterköpfe auf Leinwand

"Gut gemalt, Kollege. Kannste gerne ausstellen", schrieb der Porträtierte. Er gab so die Erlaubnis, sein Konterfei in die Galerie jener "Charaktere" einzureihen, die das Künstlerpaar Pia und Dieter Keith derzeit im Museum im Schmidt-Haus ausstellt.

Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann (links) und Museumsleiterin Christa Haubelt-Schlosser (Zweite von links) freuten sich mit Pia und Dieter Keith über die vielen Gäste bei der Ausstellungseröffnung. Bild: aub
von Autor AUBProfil

"Ich bin überwältigt von diesem Zuspruch" konstatierte Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann eingangs seiner Begrüßung. Selten fand eine Vernissage vor so viel Publikum statt. Dabei hatten sich die Protagonisten bisher eher auf anderem Gebiet denn als Künstler einen Namen gemacht: Dr. Dieter Keith leitet eine Praxis für Orthopädie, seine Frau Pia ist Physiotherapeutin.

Parallel dazu, die Malerei für sich zu entdecken, sahen beide keinesfalls als Pendant zum weiterhin leidenschaftlich ausgeübten Beruf. Vielmehr wuchs die Lust, die für dieses neue Metier vorhandenen fünf Prozent an Begabung zu reanimieren, neugierig damit zu experimentieren und sich trotz aller Anstrengung am Resultat zu begeistern - ganz im Sinne von Felix Erhardt, der meinte: "Wenn man etwas liebt und es Spaß bringt, hat es viel Raum, sich zu entfalten, dann ist es egal, wie lange man es macht, es erschöpft sich nicht."

Die Anfänge, rekapitulierte Museumsleiterin Christa Haubelt-Schlosser in ihrer Laudatio anhand der Vitae, liegen bei Pia Keith bereits 15 Jahre zurück. Wenig später sprang der kreative Funke auch auf ihren Mann Dieter über. Zusammen loteten sie diverse Techniken aus, besuchten mehrere Kurse renommierter Künstler.

Mut und Intuition

Und als solche gab ihnen vor allem Gaby Dotter schließlich jene entscheidenden mentalen wie methodischen Anstöße, das ausdrucksstarke Wesen ausgewählter Persönlichkeiten in markanten Gesichtern expressionistisch wiederzugeben. Als Basistalent dient die Fähigkeit, visuell Erfasstes auf Leinwand optisch umzusetzen, temperamentvolle Spontanität und schöpferische Energie. "Bei dieser Art zu Malen braucht es Mut und Intuition, da es sich um keine fotorealistische Porträtmalerei handelt. Es ist ein Einlassen auf die Person, die gemalt wird, auf die Farben und die eigenen Gefühle", zitiert die Kunsthistorikerin dazu aus einem Gespräch mit Pia Keith.

Dabei standen den beiden nicht nur Familienmitglieder oder Bekannte "Modell". Dieter Keith entdeckte sein Faible für Porträts großer "Stars": Jimi Hendrix, Klaus Kinski oder Freddie Mercury - (s)eine ganz private, posthume Homage an legendäre Idole.

Nur einen konnte er noch um seine Meinung bitten, worauf er ganz überraschend eingangs erwähnte Mail-Antwort erhielt - und die Einladung: "See u in concerto, dein Udo L." Schon jetzt aber kann man ihn - zumindest bildlich - im Schmidt-Haus bewundern. Die Ausstellung ist bis 16. April jeweils von Freitag (außer Karfreitag) bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.