Erkenntnisreicher Abend mit Ruhrpott-Kabarettist HG. Butzko im Nabburger Schmidt-Haus
Mit Bierkrug und Brüderle durch die Bankenkrise

Kabarettist HG. Butzko auf der Bühne im Schmidt-Haus. Bild: apl
Kultur
Nabburg
15.04.2013
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Angela Merkel auf der Kabarettbühne. Ihre Frisur, ihre Mundwinkel und ihre typische Handhaltung. "Landauf, landein, tagsauf", äh, "tagsein, tagsab, landunter", egal, wie auch immer, in jedem Fall zur Genüge kopiert, zitiert und parodiert. Das Thema ist einfach durch. Und HG. Butzko wäre nicht der schlaue Kopf, der er ist, wenn er das nicht wüsste: "Wer über Merkel richtig lachen will, der muss sich mit ihren Inhalten auseinandersetzen!"

Und Inhalte bekam das SchmidtHaus-Publikum an diesem Abend mehr als genug. In Hülle und Fülle. Serviert von Kabarettist HG. Butzko aus Gelsenkirchen, der nach "Verjubelt" und "Voll im Soll" auch in seinem neuen Programm "Herrschaftszeiten" mit Bierkrug und schnoddrigem Ruhrpott-Charme den brennenden Fragen zur Euro-, Wirtschafts- und Bankenkrise nachspürt. Beispiele: Warum besitzen zehn Prozent der Bevölkerung die Mehrheit des Privatvermögens? Warum ändert die FDP den Armutsbericht, aber nicht die Zustände? Und wie kann es sein, dass 147 Unternehmen - darunter 50 Banken - das Weltwirtschaftsgeschehen kontrollieren?

Irre komplex

Dann wäre da noch die Sache mit Staatssekretär Jörg Asmussen, der nicht nur zum Inventar sämtlicher Finanzminister seit Theo Waigel gehört, sondern auch Mitglied der Kontrollinstanz Bafin ist, das ist ... ja und das ist das Problem dieser Programme: Wer über Inhalte "richtig lachen" will, muss sie erst einmal verstehen. Und manche Themen sind nun mal irre komplex. Bis Butzko zur Pointe kommt, muss er weit ausholen. Und das nicht nur im Falle Jörg Asmussens, der sich letztendlich selbst kontrolliert, sondern auch bei vielen anderen Themen, die an diesem Abend zur Sprache kommen.

Spannende Themen, von Butzko ebenso präzise wie penibel recherchiert, aber in der Fülle und Schnelligkeit, mit der Butzko diese abhandelt, halt auch anstrengend. "Richtig zum Lachen" waren da eher die Nebenschauplätze. Wenn Butzko beispielsweise FDP-Chef Rainer Brüderle per Einspieler zu Wort kommen lässt, den Erfinder des "Artikula-la-tionsvermögens", der sich heillos in Genuschel und Inhaltsleere verirrt: "Nämiss (nämlich?), dass wenn Deutschland Exporterfolge hat, sie in der Makroönomie (???) sie zurückführen müssen!"

Stimmung in der Bude

Oder wenn Butzkos bekannte Kunstfigur Chris di Motten, "zottelig und zugedröhnt bis unter die Kapp", seine tricky-abgespacten Fragen stellt: "Warum klebt der Sekundenkleber nicht in der Tube fest?" "Hey Alter", da war Stimmung in der Bude! Dennoch viel Applaus für einen erkenntnisreichen Kabarettabend, der am Ende gar die Lösung aller Probleme parat hielt: "Die Gründung der Partei der Nichtwähler - der PDN!" Autsch, bloß keinen Buchstabendreher!
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