02.10.2017 - 16:52 Uhr
NabburgOberpfalz

Erntedankfest in Nabburg "Tägliches Brot" nicht alltäglich

Das Erntedankfest ist eines der ältesten Feste überhaupt. Früher lebten über 80 Prozent aller Menschen auf und vom Land. Im Winter waren sie von der eingebrachten Ernte abhängig. Deshalb dankten sie Gott am Ende der Erntezeit für das Gedeihenlassen der Früchte. Das Erntedankfest soll zeigen, dass das tägliche Brot eben gar nicht so alltäglich sei, sondern hart erarbeitet werden müsse.

Das Landvolk unter Vorsitz von Bettina Irlbacher (rechts sitzend) hatte allen Grund zur Freude über das gelungene Werk. Der herrlich dekorierte Erntewagen konnte noch den ganzen Nachmittag vor der Bücherei besichtigt werden. Bild: bph
von Sepp FerstlProfil

Mit dem Abholen des reich geschmückten Erntewagens, darauf die stattliche Erntekrone, von der Kemnather Straße zum Unteren Markt starteten am Sonntag die Feierlichkeiten. Zahlreiche Gläubige hatten sich dort versammelt. Der Segnung der vom Landvolk mit viel Hingabe neu geflochtenen Krone und des blüten-, gemüse- und obstreich dekorierten Wagens folgte das Lied der Kindergarten-Kinder "Danke für diese guten Gaben".

In den Kirchenzug zum Johannesdom reihten sich die Gartenbauvereine Nabburg und Neusath mit Blumen und Erntekörben ein. Die beiden Kindergärten waren mit kleinem Erntewagen und "Bandlbaum", die Landjugend mit Erntebroten und die Kommunionkinder mit farbenfrohen Erntekörbchen dabei. Traditionell im Zug vertreten auch die Fahnenabordnungen der kirchlichen und vieler weltlicher Vereine, die Gremien von Stadt und Pfarrei, sie alle zogen unter den Klängen der Jugendblaskapelle den Stadtberg hinauf.

"Angesichts eines täglich immer voll gedeckten Tisches denken wir Menschen von heute gerne, das sei doch selbstverständlich. Und wir können es uns auch leisten, nach Lust und Laune einzukaufen um in vollen Zügen zu genießen", leitete Stadtpfarrer Hannes Lorenz seine Predigt ein. Mit Blick auf einen überquellenden Erntealtar könnte man leicht denken, das sei selbstverständlich und Jahr für Jahr das gleiche.

Von dieser Erfahrung, dass Menschen dazu neigen, das Gute als selbstverständliche Dreingabe zum eigenen Leben zu betrachten, es nicht schätzen und den Dank vergessen, spreche auch die Lesung aus dem Alten Testament. Es beschreibe das Volk Israel auf dem Weg durch die Wüste. Gott versorgte es durch Manna vom Himmel, durch Wachteln und Wasser aus dem Felsen.

"Die Ernte des Jahres 2017 - alles selbstverständlich?" fragte der Seelsorger. Menschen des dritten Jahrtausends seien in ihren Erfahrungen dem Volk Israel sehr ähnlich. Gäbe es nicht die Älteren, die noch von entbehrungsreichen Jahren berichten, könnte man nicht glauben, dass es jemals schlechter gewesen wäre. "Denk daran! Vergiss nicht" Nimm dich in acht!" Diese Worte füllen laut Hannes Lorenz das Erntedankfest mit seinem innersten Sinn.

Bevor die Kirchengemeinde nach dem Lied "Großer Gott wir loben Dich" mit Unterstützung von Orgel und Blaskapelle aus der Kirche auszog erfreuten die kleinen Sänger der Kindergärten mit "Es gibt viele schöne Dinge auf der Welt". Die Landjugend verkaufte an den Ausgängen Mini-Brote zugunsten eines speziellen Hilfsprojekts und der Frauenbund lud im Jugendwerk zur Gemüsesuppe und Leberkäse ein. Dort spielte die Jugendblaskapelle unter der Leitung von Markus Ferstl beim Frühschoppen zur Unterhaltung zahlreicher Gäste auf.

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