17.10.2017 - 15:34 Uhr
NabburgOberpfalz

Frauenbild, Politik und Zischenmenschliches: Faltsch Wagoni mit neuem Programm ... "Auf in den Kampf, Amore!"

(kbw) Standen in den bisherigen Programmen von "Faltsch Wagoni" der Kampf der Geschlechter oder zuletzt das Thema Wasser im Mittelpunkt, geht das Duo mit "Auf in den Kampf, Amore!" völlig neue Wege. Sie arbeiten weiterhin mit ihren ureigenen Stilmitteln, einer geschliffenen Sprache mit viel Wortwitz und Musik, jetzt aber werden Silvana und Thomas Prosperi politisch, gesellschaftskritisch und greifen an.

Silvana und Thomas Prosperi als "Faltsch Wagoni" begeisterten ihr Publikum im Nabburger Schmidt-Haus mit nachdenklichem, emotionalem und geschliffenen Wort-Witz. Bild: kwb
von Redaktion OnetzProfil

Aufruf zur Aktion

Sie agieren nicht verbissen oder anklagend, sondern augenzwinkernd aus ihrer Erinnerung an die "kämpferischen Zeiten der 68er", als sie noch "Chaoten von echtem Schrot & Korn" waren und "der Kefir das Haustier der 70er". "Faltsch Wagoni" gibt sich die "Twitterkante", die letztendlich ganz konsequent aus dem Ruder läuft. Der eskalierenden Zahl der Online-Petitionen begegnen sie mit einem Aufruf zur eigenen Aktion, zur Umsetzung von Visionen vor Ort. Sie machen sich so ihre Gedanken über den "Seppelismus" und das "Protzbayerntum des ,Mia san mia!'". Sie stellen die Frage nach der Möglichkeit der Vermittlung unserer "gepierct, tätowierten Bussi-Bussi-Minidirndl-Leitkultur". Zwölf neue Songs unterschiedlichster Stilrichtungen sind im neuen Programm. In "Deko, Deko, Deko" besingen die beiden das aktuelle Frauenbild, unterscheiden dabei "Frauendarstellerinnen" wie Storch, Le Pen und "Petri-Heil" und den "Frauchenfrauen bzw. Deko-Frauen." Der Aylbewerber als "Waiter" auf eine Entscheidung zu seinem Gesuch wird schließlich zum "Hater" des ewigen stumpfen Wartens. Die zwischenmenschlichen Beziehungen der globalen Akteure finden Niederschlag in "Politik und Liebe". "Orban küsst Putin, Trump sich selbst, Schäuble Zypras nie!" Auch die Rente, Einflüsse von Lobbyisten, Wahlen und EU werden musikalisch erörtert. "Lassen wir Europa nicht rechts liegen!"

"Freiheit braucht Streiter"

Die Freiheit ist das Anliegen der Prosperis. In "Mauerbauer" mauern wir unsere Freiheit durch Grenzschließungen ein. Höchst eindrucksvoll der Song "Im Namen des Alphabets." "Die Freiheit ist flüchtig, und immer in Nöten. Wenn wir sie nicht pflegen, dann geht sie uns flöten. Es gibt kein ,erledigt', Ende in Sicht. Die Freiheit braucht Streiter, sie erledigt sich nicht." Nach diversen Zugaben verabschieden sich "Faltsch Wagoni": "Wir entlassen Sie in Ihre wohlverdiente Freiheit. Passen Sie auf sie auf!"

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.