09.12.2013 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Kabarettist Thilo Seibel nimmt im Schmidt-Haus die Ereignislosigkeit des Jahres aufs Korn Inhaltsleere geschickt verpackt

Trotz fehlender politischer Inhalte konnte Thilo Seibel beim Jahresrückblick im Schmidt-Haus satirische Spitzen setzen. Bild: ly
von Autor LYProfil

Trotz Wahlkampfs ist die Arbeit eines politischen Kabarettisten schwer. Das zeigte am Samstag Thilo Seibel bei seinem "Jahresrückblick" im Schmidt-Haus. Weder die aussagelosen Wahlkampfkampagnen wie Merkels "Sie kennen mich" noch der als medialer Höhepunkt propagierte Schlagabtausch "Das Duell" hatte laut Seibel den Inhalt, den sich ein Kabarettist wünscht. Das bloße Erwähnen reichte trotzdem aus, um Lacher beim Publikum zu sichern.

Seibel verpackte die Inhaltsleere geschickt mit gut platzierten Zitaten und gekonnten Parodien, und es kam mit den kleineren und größeren Skandalen einiges zusammen. Ob Veggie-Day, Maut, Stinkefinger, alles kommentierte Seibel satirisch und wies auf die Lücke der wichtigen Themen und Aussagen hin. Etwas, das sich seiner Meinung auch im Koalitionsvertrag widerspiegele. Die Bewertung Sigmar Gabriels, der Koalitionsvertrag sei ein großer Wurf für die kleinen Leute, interpretierte Seibel aufgrund der fehlenden Mehrbelastung der Besserverdienenden als einen Wurf auf die kleinen Leute.
Was in Seibels Jahresrückblick nicht fehlen durfte, waren die NSA-Affäre und deren Umgang von Merkel, Friedrich und Pofalla, die der Kabarettist bitter-böse zusammenfasste. Die Energiewende gerate ins Stocken durch Seehofers merkantilistischen Wunsch nach bayerischem Strom und die Tatsache, dass die Offshore-Windanlagen mit bewohntem Gebiet verbunden werden müssten.

Im zweiten Teil des Programms ging Seibel auf die Tatsache ein, dass sich in Deutschland die Zahl der Kinder nicht erhöhe trotz der vielen Vergünstigungen und finanziellen Zuwendungen. Ganz anders "der Franzose", der Kinder ganz ohne finanziellen Anreiz produziere. Unter großem Lachen des Publikums, zeigte er, wie ein Franzose auf die deutschen finanziellen Verführungen reagieren würde. Die Rücktritte des Jahres bewegten Seibel, wie der von Bundespräsident Wulff, der von Bildungsministerin Schavan und der des Papstes. "Das geht von "Wir sind Papst" über zu "Wir sind Rentner." Nach dem Gerät des Jahres, der Drohne, stellte er auch den Job des Jahres vor: V-Mann. "Man kann weiter kriminell sein und kriegt auch noch Geld vom Staat."
Seibels Rückblick auf die sportlichen Ereignisse des Jahres hatte mit den Leistungen nur am Rande zu tun, die Sportpolitik mit dem neuen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, und mit der Vergabepraxis für Wettkampforte beleuchtete er kritisch. Am Beispiel des Phantomtors erklärte Seibel: "Gegen die Dogmen der Fifa ist die Kirche eine frei denkende Anarchistengruppe."

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