16.07.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Klassisches Konzert bringt "Sunrise Mass" Brillant im Johannes-Dom

Mit einem begeisternden klassischen Konzert hob in diesem Jahr das "Tonart"-Festival an. Für die Leistung von Chor, Orchester und Dirigent gab es langen Applaus.

Kirchenmusiker Jonathan Brell hatte die Prager Philharmoniker in die Stadtpfarrkirche eingeladen. Zusammen mit seinem Chorprojekt St. Johannes Nabburg gestalteten sie einen außergewöhnlichen Abend. Bild: Götz
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"Sunrise Mass": Zu diesem außergewöhnlichen Ereignis hatte Kirchenmusiker Jonathan Brell die Prager Philharmoniker in die voll besetzte Nabburger Stadtpfarrkirche eingeladen. Zusammen mit seinem Chorprojekt St. Johannes Nabburg ist ein homogener Klang entstanden, der die Zuhörer am Vorabend des "Tonart"-Festivals beeindruckte. Die Gäste aus Prag überzeugten mit ihrem Mix aus Freude, Entspannung und Professionalität.

Im ersten Teil brillierten sie mit der fünfsätzigen Suite "Aus Holbergs Zeit" von Edvard Grieg. Das Praelude konnte man mit seinen barocken Klängen als freudig-innigen Empfang interpretieren, mit welchem das Orchester die Besucher begrüßte. Die Sarabande wurde getragen und grazil gespielt, während die nachfolgende Gavotte an die Zeit der Hoftänze erinnerte und eine Mischung aus ausgelassener Freude und Leichtigkeit erzeugte.

Das Air vermittelte eine nachdenkliche, dann bedrohlich-düstere Stimmung mit traurigen Cello- und dominanten Bassklängen. Beim Rigaudon schien es, als würden die Violinen von den restlichen Streichern mit rasantem Pizzicato gejagt, da fing Brell das Orchester wieder ein und beendete die Suite mit einem flotten Schluss.

Nach einem langen Applaus betraten die mehr als 50 Sänger des Chorprojekts die Bühne zur Aufführung der viersätzigen "Sunrise Mass", einer lateinischen symphonischen Messe des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo (*1978). In "The Spheres" verschmolzen die Kyrie-Gesänge des Chors mit den Klängen des Orchesters sowie dem blauen Dämmerlicht an den Kirchenwänden. Vergleichbar einer Reise durch die Sphären des Weltalls. Zittrige Geigentöne standen in "Sunrise" als Metapher für die ersten Sonnenstrahlen. Anschließende Gloria-Gesänge und freudige Orchestermelodien endeten in einem Dur-Akkord zum Wort "Amen".

"The City" erinnerte mit seinen Melodien an einen Blockbuster. Stimmungsschwankungen, Harmoniewendungen und Ungewissheit prägten diesen Satz. In "Identity & The Ground" wurden die sphärischen Klänge erneut aufgegriffen. Freudige und kräftige Hosanna-Gesänge mündeten in einen langen ruhigen Schlussakkord, der das Werk beendete.

Die Leistung von Chor, Orchester und Dirigent wurde vom Publikum mit langanhaltenden Standing Ovations gefeiert. Als Zugabe stimmte der Chor "Ubi caritas" an - ebenfalls von Ola Gjeilo.

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