25.02.2018 - 20:00 Uhr
Nabburg

Kunst zwischen zwei Welten

Was Matthias Böhm fühlt, vertont er. Was ihn bewegt, fasst er in Worte. Und was er singt, setzt er in Farbe um. So bietet die aktuelle Ausstellung im Schmidt-Haus was für Auge und Ohr.

"music meets art": Matthias Böhm aus Nabburg stellt noch bis zum 8. April im Schmidt-Haus aus. Bild: aub
von Autor AUBProfil

"Matthias Böhm ist wieder ,Back on stage' im Schmidt-Haus", verkündete Christa Haubelt-Schlosser in ihrer Laudatio. Im Unterschied zu 1990, als er zusammen mit Wolfgang Barthel auftrat, bespielt er aber nun die Räume "nicht vordergründig mit Musik, sondern seiner Malerei, die jedoch ohne die erstere nicht existent wäre". Die Basis dazu schuf er schon sehr früh. In beiden "Künsten" hatte der ehemalige Regensburger Domspatz bereits am Anton-Bruckner-Gymnasium in Straubing sein Abitur abgelegt, um dann Musikdidaktik und Lehramt für Hauptschulen zu studieren. Nebenbei begann seine Karriere als Liedermacher, Instrumentalist, Komponist und Studiomusiker. Solo oder in diversen Formationen summierten sich seit 1973 zahlreiche Bühnenauftritte, ab 1982 siebzehn LP- oder CD-Produktionen, mediale Präsenz - darunter die Begleitung der BR2-Sendung "Bildopoly" - und 10 Jahre lang die Leitung der Musikwerkstatt der Mittelschule Nabburg. Als plötzlich die Gesundheit nicht mehr "mitspielte", reaktiviert er seine alternative Kreativität: "Das Ende der Musik ist der Anfang der Malerei. Vielmehr rundet sie das ab, was ich vorher gemacht habe - waren es bisher Töne zum Hören, so sind sie eben jetzt zu Sehen". Nicht mehr nebenbei, sondern bewusst entstehen nun als Ausdruck harmonischer oder dissonanter Emotionen erste im- und expressionistische Illustrationen seiner Musik. Schnell zeigen sich interessante Parallelen: Das Experiment gleicht als spannendes künstlerisches Pendant der musikalischen Improvisation, Rhythmus ist hier wie da ebenso wichtig wie Akzentuierung und Atempausen oder Freiräume stellen sich als Lebenselixier aller Künstler heraus. Matthias Böhm hat das große Talent, zwischen zwei Welten zu balancieren: Als erster Ausstellender stimmte er die Vernissage-Gäste persönlich mit handwerklicher Professionalität in einer Live-Performance an der Gitarre und mit Gesang auf seine präsentierte Bilderwelt ein. In gewisser Weise erlebten die Besucher Böhms eigene, akustische Version eines Gesamtkunstwerks, eine Idee, die, wenn auch eher raumbezogen, einst schon Karl Schmidt-Wolfratshausen vorschwebte.

Die Ausstellung "music meets art" hat noch bis 8. April immer sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Es stehen für den Hörgenuss zwei Audioguides zur Verfügung.

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