03.12.2013 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Münchner Gruppe "Fei Scho" begeistert mit besonderer Weltmusik im Nabburger Schmidt-Haus Vom "Monaco Seppi" bis zum "Andenjodler"

von Autor LYProfil

Fast schon sphärisch war die Stimmung zu Beginn des Konzerts der Münchner Gruppe "Fei Scho" am Freitag im Schmidt-Haus. Die Mystik der Perchten mit ihren gruseligen Masken verfrachteten die fünf Musiker in ein Lied und stellten damit ihre musikalische Herkunft aus der Volksmusik oder auf Neu-münchnerisch "Traditionals" heraus. Mit der erdverbunden Grundlage wagten sie dann auch den "WeltenSprung", so auch der Titel ihrer neusten CD und eines Liedes, das vom Heimweh nach Bayern erzählt.

Einflüsse aus Kuba, Mexiko, Afrika und anderen Ländern und Erdteilen machen aus der Melodien-Grundlage Zwiefacher, Landler oder Walzer eine modern interpretierte Volksmusik, eine alpine Weltmusik, wie sie es nennen. Die Reise führte vom "Monaco Seppi" einmal um den Globus bis hin zum "Andenjodler".

Mit charmantem Humor

Bei "Fei Scho" vereint sich das Können - jeder Musiker beherrscht mühelos mehrere Instrumente - mit einem hintersinnigen, charmanten Humor in den Liedern und in den Moderationen. "Fei Scho ist die bayerische Antwort auf Feng Shui", erklärte Martin Lidl und dass sich die Gruppe immer wieder in der Harmonie treffe. Auf das Konzert freuten sich viele Oberpfälzer Besucher, denn das Quintett trat bereits zum dritten Mal in Nabburg auf. Seit vergangenem Jahr hat sich die Besetzung geändert. Herz und Kopf bleiben mit Anschi Hacklinger und Martin Lidl gleich. Die Neuzugänge Helmut Sinz (Akkordeon), Robert Alonso (Trompete und Tenorhorn) und Schorsch Karrer (Percussion und Xylofon) haben sich musikalisch als auch charakterlich bestens in das Ensemble eingefügt. Das Publikum im ausverkauften Schmidt-Haus war begeistert.
Die Lieder bekommen bei "Fei Scho" durch die wechselnde Dynamik - von balladesk bis rockig - eine Pointe. Auch die Titel sind humorig wie der "Welttag des Ausmistens", dem der "Welttag der vergessenen nicht zurückgegebenen Sachen" folgen sollte oder das "Liebeslied für einen Kaiserschmarrn". Dabei wechselt Anschi Hacklinger, die barfuß auf der Bühne steht, von Kontrabass zu dem "meist verhassten Instrument", der Melodica und gibt ihr durch die Neuinterpretation eine Daseinsberechtigung. Wie es einen Musiker am zu frühen Morgen ergeht zeigen sie in "In der Früh um acht", wo Martin Lidl den Wecker mit seiner Gitarre erschlagen wollte.

Kritik am Zeitgeist

Ihre Kritik am Zeitgeist verpackt "Fei Scho" musikalisch in "Eile ist Irrtum", wo Schorsch Karrer mit seinen Schlegeln über die Klangstäbe des Xylofons jagt oder in "ollawei weida", wo die Hektik und der Stress bei Freizeitaktivitäten beschrieben wird. Nach dem alten Hochzeitslied vom "Viereckigs Wieserl und dreieckigs Feld" wollte das Publikum noch drei weitere Zugaben. "Das mit dem Rausschmeißer haben die nicht kapiert. Oberpfälzer halt", kommentierte Martin Lidl den anhaltenden Applaus nach seinen so angekündigten Stück und setzte mit seinen Kollegen noch ein Zugabe drauf.

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