01.11.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Reformationsfest im Landkreis Schwandorf Versöhnte Gemeinschaft

Martin Luther würde staunen, wie ökumenisch es am 500. Jahrestag seines Thesenanschlags in den protestantischen Kirchen des Landkreises zuging. "Wir haben ein geschwisterliches Verhältnis mit den Katholiken", versicherte beispielsweise der Nittenauer evangelische Pfarrer Reiner Eppelein.

In allen evangelischen Pfarreien wurden am Reformationstag Gottesdienste gefeiert. In Schwarzenfeld standen Gemeindereferent Markus Seefeld, Pfarrerin Heidi Gentzwein, Pastor Paul Warkentin und Pfarrer Heinrich Rosner (von links) im Altarraum der Christuskirche auf verschiedenfarbigen Stoffbahnen, die auf das Altarkreuz zuführen. Bild: wgw
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Schwandorf. Am aufwendigsten und am ökumenischsten wurde der Reformationstag in Schwarzenfeld gefeiert. Dort beteiligten sich nicht nur die Katholiken und ihr Pfarrer Heinrich Rosner am Gottesdienst in der evangelischen Christuskirche, sondern auch die evangelisch-mennonitische Freikirche Schwandorf mit ihrem Pastor Paul Warkentin.

Mittelalterliches Fest

Pfarrerin Heidi Gentzwein, ihre Vikarin Theresa Amberg und die Verantwortlichen der Kirchengemeinde organisierten außerdem ein mittelalterliches Fest im Gemeindehaus, wo Mitglieder der "Spielleut von Ammenberg" alte Weisen spielten und Mitglieder der Gruppe "Reigenfreuden" mittelalterliche Tänze vorführten. Mittags wurde dann zu einem mittelalterlichen Menü eingeladen, das Edeltraud Ziegler und der Kirchenvorstand zubereitet hatten.

Die meiste politische Prominenz fand sich in Oberviechtach in der evangelischen Auferstehungskirche ein. Zum Gottesdienst mit Pfarrer Norbert Schlinke und seiner Frau Ruth und dem anschließenden Empfang im Gemeindesaal hatten sich unter anderem die Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier und Marianne Schieder, sowie der stellvertretende Landrat Jakob Scharf angekündigt. Auch die beiden katholischen Geistlichen Alfons Kaufmann und Wolfgang Dietz brachten sich in den Gottesdienst mit Beiträgen ein - unter anderem dem Schlusssegen.

Kommunalpolitisch gut bestückt war auch der Gottesdienst in der Pfreimder Pauluskirche, den die evangelische Pfarrerin Irene Friedrich leitete. Ein ökumenisches Team hatte die Vorbereitung geleistet und die Bürgermeister Armin Schärtl (Nabburg) und Richard Tischler (Pfreimd) sowie der Landrats-Stellvertreter Arnold Kimmerl nahmen an der Feier teil - mit den katholischen Pfarrern Hannes Lorenz und Pater Georg, die die Pfarreien Nabburg und Pfreimd repräsentierten.

In Schwandorf hatte Pfarrer Arne Langbein den jungen persischen Christen Ali Sasanipour eingeladen, in der evangelischen Erlöserkirche das Evangelium zu lesen. Der katholische Stadtpfarrer Hans Amann erschien zu dem Gottesdienst als Gast, der Fürbitten vortrug und ein Grußwort sprach. Dass der über die Stadtgrenzen bekannte Gospelchor "Heavenbound" sang, gab der Reformationsfeier ein besonderes Gepräge.

Gutes Verhältnis

Auch in Wernberg-Köblitz gab es am Dienstag ein Reformationsfest in der dortigen evangelischen Erlöserkirche; genauso wie in Nittenau, wo das Gotteshaus ebenfalls Erlöserkirche heißt. "Sehr versöhnt", bezeichnete Pfarrer Reiner Eppelein das Verhältnis zu den Katholiken und sprach damit seinen Kollegen im Landkreis aus der Seele.

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