20.01.2014 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Schauspieler Michael Fitz begeistert als Liedermacher in Nabburg - Zwischenmenschliche ... Tiefer Blick in das Seelenleben

Schauspieler Michael Fitz zeigte im Nabburger Schmidt-Haus als gefühlvoller Liedermacher eine andere künstlerische Seite. Sein Solo-Programm "Wenn i schaug" begeisterte zwei Abende lang. Bild: ly
von Autor LYProfil

Die Rolle des Liedermachers beherrscht Michael Fitz ebenso wie die des Kommissars. Nur: Der Liedermacher ist authentisch, und seine Texte erlauben den Zuschauern einen tiefen Blick ins Seelenleben des Müncheners. So geschehen am Wochenende bei zwei ausverkaufen Vorstellungen im Nabburger Schmidt-Haus.

Alter zum Zurückschauen

Sein Alter erlaube ihm, Rückschau zu halten, kokettiert der 55-Jährige in seinem Solo-Programm "Wenn i schaug". Den Hinweis muss Fitz auch geben, denn die Besucher haben den lässig-jugendlichen Typen vor Augen, den er in Filmen verkörpert wie seinerzeit als "Tatort"-Kommissar Carlo Menzinger. Auf der Kinoleinwand ist er mit dem gerade gestarteten Film "Fünf Freunde 3" zu sehen. Es werden heuer 30 Jahre, in denen der Schauspieler sich auch als Musiker und Sänger einen Namen gemacht hat. "Ich habe das Alter, wo mir die Gnade des Vergessens zuteil wird", leitet er in Nabburg zu der Ballade "Weiß nicht mehr" über.

Einmal ist er froh zu vergessen, ein anderes mal will er die Zeit verlangsamen. Wie rasend schnell das Leben vorbeizieht, beschreibt er in "Zeit". Sein Hauptthema jedoch ist, wie schwer es Männer haben. Fitz thematisiert das Mannsein einmal fast schon analytisch und dann wieder humorvoll. Seine zurückliegenden Schwierigkeiten mit seinem Vater, dem Volksschauspieler Gerd Fitz, und die Herausforderungen mit seiner Partnerin geben Michael Fitz den Stoff für seine energiegeladenen Lieder. Von seinem Vater wurde seine Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Zärtlichkeiten nicht erfüllt, was er in "Du siegst mi ned" verarbeitet. Das "Aufmerksamkeitsdefizit" ging weiter und zog sich mit der Partnerin in einen Teufelskreis aus Trotz und Unvermögen. "Schaug di ned o" ist seine schmetternde Anklage der wiederkehrenden Konflikte.

Spurensuche nach Gefühl

Fitz greift die Missverständnisse einer Partnerschaft immer wieder auf und gibt den "Beziehungsveteranen" den Tipp, die Frage "Wuist du mi no?" niemals laut zu stellen. Aber in seinem Lied geht er auf Spurensuche nach eigenen und fremden Gefühlen. Seine Lieder sollen die Besucher nicht verstehen, sondern fühlen. Dabei helfen die unterschiedlichen Gitarren, die den variantenreichen Liedern immer den passenden Grundton und damit die richtige Stimmung liefern. Neben den komplizierten Zweierbeziehungen geht es in den Liedern von Fitz auch um das nicht minder problembehaftete Miteinander der Menschen. "Die Kommunikationsprobleme des Herdentiers Mensch" bieten Fitz reichlich Stoff, und besonders als Schauspieler hat er mit sehr extrovertierten, "lauten" Menschen zu tun, die er musikalisch fragt: "Kannst du auch leise?"

"Da Deifi" stellt sich Fitz auf die Schulter und flüstert ihm die Kritik ein, und er kann den Dränglern auf der Straße und im Leben gleich den Rat geben: "Stellst di hintn o". Nach den schweren, nachdenklichen Texten wie "Hunger" oder "Erfolg" schickt der Liedermacher die Zuschauer mit humorvollen Liedern und zwei Zugaben nach Hause: "120 Kilo Blau", die seine Frau als günstiges Schnäppchen bestellte, und "Therapeut", zu dem sich sein Freund entwickelte - was jedes heilende Männergespräch zerstörte.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.