13.02.2017 - 18:22 Uhr
NabburgOberpfalz

Stephan Zinner begeisterte im ausverkauften Schmidt-Haus Simpel und doch grandios

(stg) Es geht auch ohne seine Paraderolle. Und das sogar sehr gut. Stephan Zinner musste im Schmidt-Haus nicht den "Nockherberg-Söder" spielen, um zu begeistern. "Relativ simpel" heißt sein aktuelles Programm. Was er da auf der Bühne macht, sieht zunächst auch recht simpel aus: etwas erzählen, etwas an der Gitarre zupfen, mit dem Publikum plaudern. Zinner hat offensichtlich Spaß. Seine besondere Mischung aus eigenen Liedern und witzigen Geschichten kommt beim Publikum an. Mit ihm auf der Bühne steht Schlagzeuger Andy Kaufmann. Das ergibt ein Duo, das bestens harmoniert.

Stephan Zinner sorgte mit seiner Mischung aus Musik und Geschichten für gute Stimmung im Schmidt-Haus
von Holger Stiegler (STG)Profil

Es sind an sich "relativ simple" Geschichten, die Zinner zum Besten gibt. Aber Episoden, in die sich die Besucher hineinversetzen können und oft wohl auch selber schon erlebt haben. Da sind die gestressten Kampf-Radfahrer, die bei der roten Ampel kaum die Grünschaltung abwarten können, aber bei der nächsten Ampel - logischerweise auch rot - schon wieder vereint sind. Zinner erzählt von seinem Faible für den "echten" Fußballsport, nämlich für den Alte-Herren-Fußball. "Da wird bei Verletzungen geeist, bis die Zehe abfällt", stellt er fest. Wenn er im Fernsehen dann Leute wie Mats Hummels reden hört, wünsche er sich die "einfachen" Fußballer von der Qualität eines Lothar Matthäus oder Stefan Effenberg zurück. Viele Beobachtungen und Erfahrungen hat Zinner im Laufe seines mittlerweile 42-jährigen Lebens gemacht: Er berichtet von der Nachbarin mit "Blockwart-Gen" oder von den Schaumqualitäten des "Prinzessinnen-Bades", wenn das eigene Duschgel aus ist. "Aber du riechst rosa!", schränkt er ein. Es sind die Verrücktheiten des Lebens, die Zinner die Geschichten schreiben: Da dürfen natürlich die "veganen Shrimps" genauso wenig fehlen wie die Dart-Sportler ("Früher haben wir halt gespickert!"), die sich mit Burger und Bier dopen.

Zwischendrin gibt es dann noch etwas Andreas-Gabalier- und Tim-Bendzko-Bashing, ein Tattoo für die ganze Familie ("Ein Schweinshaxn natürlich") und Bericht von der eigenen Drogenerfahrung in der Jugend ("Dont' forget the Liebstöckl!"). Nicht unentdeckt bleibt aber, dass Zinner auch ein guter Musiker ist. Gemeinsam mit seinem Schweizer Kollegen Kaufmann singt und spielt er übers "Dolomiti-Eis", gibt Liebeserklärungen an den Blues ab und eruiert das Faszinosum "Heimwerker". Ein witziges Zwei-Stunden-Programm, das keine Markus-Söder-Parodie braucht.

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