08.10.2017 - 17:04 Uhr
NabburgOberpfalz

"Wellküren" in der Nordgauhalle Frauenpower hoch drei

Eigentlich wollten sich Moni, Burgi und Bärbl zur Ruhe setzen, nachdem sie die WAA verhindert, den Schüttel-Schorsch zu Fall gebracht und das Waldsterben gestoppt haben. Doch die "Söders, Seehofers und Trumps" dieser Welt zwingen die "Wellküren" zum Weitermachen.

Burgi, Bärbl und Moni (von links) überzeugen mit ihrem Programm "30 Jahre Wellküren". Bilder: Hirsch (2)
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Schwestern aus Oberschweinbach im Landkreis Fürstenfeldbruck haben die Gegenbewegung "Stugida" gegründet, die "Stubenmusi gegen die Idiotisierung des Abendlandes". Was wohl schlimmer ist, fragt sich Moni: 10 Jahre Helene Fischer, 20 Jahre Andrea Berg oder 30 Jahre Wellküren? Mit Beifall und Zurufen bekunden die 600 Zuhörer in der Nordgauhalle, dass ihnen die singenden Omas auf der Bühne lieber sind als die Schlager-Tussis im Fernsehen.

Der Auftritt der "Wellküren" in der "Stadt mit der schönsten Bahnschranke" hatte einen besonderen Grund. Der Frauenbund Nabburg feiert heuer das 100-jährige Bestehen und gönnte sich nach den religiös-spirituellen Veranstaltungen der vergangenen Monate nun die "Frauenpower aus Oberschweinbach".

Mit dem "Abendlandler" stieg das Trio ins Programm ein - Moni am Hackbrett, Bärbl an der Harfe und Burgi an der Gitarre. Die Mädels aus einer 17-köpfigen Musikerfamilie aber lassen sich nicht auf Volks-, Liebes- und Marienlieder reduzieren. Die Frauenbeauftragten ihrer Gemeinde, die drei Frauenparkplätze neben der Kirche durchgesetzt haben, singen lieber vom Fensterln: "Auch wenn längst keiner mehr kommt."

Die "Deandl der gehobenen Altersklasse" stehen zu ihrer Figur und geben zu verstehen: "I lass koa Silikon in meine Brust, bloß zweng am Sepp seiner unanständigen Lust." Die "hormonelle Demenz der testosteron-gesteuerten Mannsbilder" finden die Damen zum "Wiehern": "Da wird der Hund zum Hengst." Moni legt los wie ein wild gewordenes Tier und fällt über den Limburger Protz-Bischof her, "der selbst König Ludwig alt aussehen lässt". Der Söder "soll sich in sein Heimatmuseum verkriechen und a Ruah geben" . Beim Seehofer redet sich die wortgewaltige Emanze in Rage: "Wie der die Merkel behandelt hat, darüber sollte sich der Frauenbund aufregen."

Und schließlich die AfD. "Der Gauland, dieser Name ist Programm." Die Alice Weidel zählen die "Wellküren" zu jenen Frauen, die mehr als nur Haare auf den Zähnen haben. "Bei der hat jeder Zahn eine eigene Frisur." Was die Musik betrifft, bestechen die kratzbürstigen Grazien mit einer instrumentellen Vielfalt. Harfe, Hackbrett, Gitarre, Trompete, Saxofon, Ziehharmonika, Tuba und selbst gebastelte Streichinstrumente liegen auf der Bühne herum und werden je nach Melodien-Potpourri hervorgeholt.

Seit 30 Jahren stehen die feschen Frauenzimmer auf der Bühne, als könnten sie kein Wässerchen trüben. Dabei sind sie mit allen Wassern gewaschen. Frauenbund-Vorsitzende Christa Schlagenhaufer und Pfarrer Hannes Lorenz waren sich am Ende einig: "Mit den Wellküren haben wir die richtige Wahl getroffen."

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