29-Jährige stirbt, weil sie sich um Verunglückte kümmern will - Auf der A 93 von Auto erfasst
Hilfsbereitschaft mit Leben bezahlt

Die Naabbrücke war am Freitagabend der Schauplatz eines schweren Unfalls. Ein Taxi überrollte dort einen Mann, der aus unbekannter Ursache auf der Straße lag. Bild: bk-media
Lokales
Nabburg
06.05.2013
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Ein kurzes Unwetter löste am Samstagnachmittag einen äußerst tragischen Unfall auf der A 93 aus. Dabei starb eine 29 Jahre alte Frau aus dem nördlichen Landkreis Schwandorf, die auf der Standspur der Autobahn angehalten hatte und Verunglückten Erste Hilfe leisten wollte. Auf dem Weg dazu rammte sie ein nachfolgender Autofahrer so heftig, dass sie tödliche Verletzungen erlitt.

Gegen 15.40 Uhr zog ein Gewitter mit schwerem Hagel und Starkregen über den Raum Nabburg. Währenddessen waren die Verkehrsteilnehmer auf der A 93 massiv in ihrer Sicht beeinträchtigt. Eine 29-jährige Frau aus der Marktgemeinde Wernberg-Köblitz, die soeben an der Anschlussstelle Nabburg in die Autobahn in Richtung Hof eingefahren war, reagierte. Sie blieb mit ihrem Skoda nach wenigen Metern unter der Staatsstraßen-Brücke auf dem Standstreifen stehen, weil ihr die Weiterfahrt zu gefährlich erschien. Direkt vor ihr hielt auch ihr Begleiter (35) an, der mit seinem eigenen Wagen unterwegs war. Weitere Fahrzeuge verringerten aufgrund des starken Hagels ihre Geschwindigkeit, woraus ein Rückstau resultierte. Ein weiteres Auto mit Weidener Kennzeichen stoppte dann hinter dem Skoda, ebenfalls auf der Standspur.

Und dann nahm das Unglück seinen Lauf: Der 49-jährige Fahrer eines VW Passat aus dem Kreis Mettmann (Nordrhein-Westfalen) erkannte den Stau zu spät, geriet beim Ausweichmanöver nach rechts von der Trasse ab und fuhr in die Wiese neben der Autobahn. Die 29-Jährige bekam diesen Vorfall mit: Sie stieg aus und wollte den beiden Passat-Insassen zu Hilfe kommen. In diesem Moment näherte sich von hinten ein 49-jähriger Mercedes-Fahrer aus dem Landkreis Kelheim und erfasste die Frau. Zudem prallte er in die stehenden Fahrzeuge auf dem Standstreifen und schob diese aufeinander.
Für die junge Frau gab es keine Rettung mehr. Sie starb noch an der Unfallstelle. Einen Großeinsatz hatten daraufhin Notärzte, BRK-Sanitäter sowie die Feuerwehren aus Nabburg und Schwarzenfeld und das THW Nabburg zu absolvieren. In dem Weidener Wagen musste eine eingeklemmte Frau befreit werden. Neun Personen zogen sich leichte bis schwere Verletzungen zu und mussten in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden. Die Insassen des in der Wiese gelandeten Passat blieben unverletzt. Der Rettungsdienst war mit sechs Rettungs- und drei Krankenwagen sowie einem Hubschrauber im Einsatz. Die Feuerwehren rückten mit 50 Mann an. Zur Betreuung der Angehörigen war auch ein Kriseninterventionsteam vor Ort.

Ein besonderes Augenmerk hatten die Feuerwehren auch auf den unfallbeteiligten Pkw aus Weiden zu richten. In dessen komplett zerstörtem Kofferraum lagen legal mitgeführte Waffen. Der Zugang zu diesem Fahrzeug wurde mit einem Trassierband abgesperrt, Löschmittel wurden in ständiger Bereitschaft gehalten.
Im Rückstau ereignete sich kurz darauf ein weiterer Unfall mit zwei Pkws. Dabei erlitten drei Personen leichte Verletzungen.

Die Autobahn musste bis 20.20 Uhr zwischen Nabburg und Pfreimd voll gesperrt werden. Es erfolgte eine Ausleitung an der Anschlussstelle Nabburg. Zeitweise bildete sich ein Rückstau bis zu zwei Kilometern. Zur Klärung der genauen Unfallursache ordnete die Staatsanwaltschaft Amberg die Einschaltung eines Gutachters an. Zeugen des Unfalls sollen sich nun mit der Autobahnpolizeistation in Schwandorf (Telefon 09431/ 430180) in Verbindung setzen. Rein statistische Bedeutung kommt der Höhe des Gesamtsachschadens zu: Sie beträgt rund 100 000 Euro an sieben beteiligten Fahrzeugen.
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