20.08.2014 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Abschluss der Schmidtsommernächte mit dem Martina-Eisenreich-Quartett Musik in Richtung großes Kino

Eigentlich war das Ganze als lauschig-romantisches Abschlusskonzert zum Finale der 20. Schmidtsommernächte geplant. Regengüsse und eine "anheimelnde" Temperatur von zehn Grad Celsius erzwangen dann aber für das Martina- Eisenreich-Quartett einen Umzug ins Gewölbe.

Martina Eisenreich und ihre Musiker füllten mit ihren oft außergewöhnlichen Klängen das Gewölbe des Schmidt-Hauses, wohin man aus Wettergründen umziehen musste. Bild: kbw
von Autor KBWProfil

Getreu dem Sprichwort "Alles Schlechte hat sein Gutes" offenbarte die Ausweich-Location durchaus ihre Vorteile. Man war hautnah dran am Geschehen und die Akustik des Gewölbes erwies sich für diese Gruppe optimal, ließ keinen der feinen Töne entschwinden.

Die Musik von Martina Eisenreich, Wolfgang Lohmeier, Stephan Glaubitz und Christoph Müller passt in kein gängiges Genre. Irgendwie gehen ihre Kompositionen in Richtung Kino, und zwar großes Kino. Da ist alles drin. Wehmütig, dann temperamentvoll mit Schwung und Schmackes, herzerfrischend, bisweilen wunderbar kitschig erwecken die vier große Gefühle, lassen ihr Publikum dahinschmelzen. Es gibt Westernfeeling, romantische Ausflüge nach Irland und Italien, eine Reise in die 20er Jahre der Comedian Harmonists.

Begnadete Geigerin

Auch an scheinbar Banales, etwa das Tanzverhalten einer gewissen Tante Käthe oder Variationen über verschiedenen Tetris-Levels, wagt sich die Formation, immer in der speziellen Klangfarbe des Eisenreich-Quartetts.

Dies besticht durch ein auch in feinsten Nuancen brillantes Zusammenspiel von vier perfekten Musikern. Dass Martina Eisenreich eine begnadete Geigerin ist und alle Techniken auf diesem Instrument beherrscht, ist hinlänglich bekannt. Neu, zumindest für Nabburg, ist, wie sie den Tonabnehmer der Geige als Mikrofon für Pfeif- und Gesangseinlagen nutzt und so verblüffende Effekte kreiert. Beeindruckend sind ihre Wechsel zur Irish Whistle und Trichtergeige.

Drei Zugaben

Percussionist Wolfgang Lohmeier entlockt seinem Sammelsurium an Schlaginstrumenten feinste Melodien, darf dann als Schlagzeuger auch mal so richtig loslegen. Stefan Glaubitz, als der Mann mit einem eigenwillig starken Kontrabass angekündigt, bestätigt diese Vorhersage total und führt mit Martina dezent durch das Programm. Klar, präzise, mit viel Gefühl und einer großen musikalischen Bandbreite überzeugt Christoph Müller auf seinen diversen Gitarren.

Drei Zugaben waren Pflicht, sonst hätte das Quartett keine Chance bekommen, das am Samstag wirklich anheimelnde, voll besetzte Gewölbe zu verlassen.

Eigentlich ist das Quartett mittlerweile ein Quintett, wobei man sich im Schmidt-Haus ein wenig als Geburtshelfer fühlt. Nach dem letzten Konzert am 12. August 2012 erblickte Martinas und Wolfgangs Sohn Ferdie drei Stunden nach der Heimkehr aus Nabburg das Licht der Welt.

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