Ausstellung im Stadtmuseum widmet sich den früheren Brauereien im Nabburger Raum
Erinnerung ans "Biermuda-Dreieck"

Erinnerungsstücke aus der Brauereigeschichte im Nabburger Raum sind in der Ausstellung im Stadtmuseum im Zehentstadel zu sehen. Bereits bei der Eröffnung fanden sie viel Beachtung. Bild: aub
Lokales
Nabburg
19.04.2013
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"Ozapft" wurde am Mittwoch vor dem Stadtmuseum mehr als nur ein Fass, gestiftet von Burkhard Graf Beissel von Gymnich und mit Zoigl für die Gäste. Sondern ausbrach zugleich - in Form einer Sonderausstellung drinnen - auch die Erinnerung an all jene längst verschwundenen Brauereien im "Biermuda-Dreieck" zwischen Pfreimd, Nabburg, Schwarzenfeld, Altendorf und Guteneck.

Nur zwei, drei Schläge, dann konnte Bürgermeister Armin Schärtl schon die ersten Krüge füllen - mit Bier und zugleich persönlichen Gedanken an seinen Vater, der bei der Lichtensternschen Brauerei später als Beruf ausübte, was er zuvor in der Kommunbrauerei Pfreimd erlernt hatte. Nur ein Beispiel für die einst engen räumlichen wie familiären Verbindungen einzelner Brauereien. Und so entstand auch die aktuelle Ausstellung in interkommunaler Zusammenarbeit von ehemaligen Besitzern, Sammlern, Leihgebern, Archivaren, Historischen Vereinen und Heimatpflegern. Gespannt auf das Ergebnis der Zusammenarbeit waren erfreulich viele von ihnen der Einladung zur Vernissage gefolgt und so konnte Museumsleiterin Christa Haubelt-Schlosser ihren Dank gleich persönlich aussprechen.

Privileg vom Herzog

In ihrer Laudatio verwies sie auf die lange Tradition des Bierbrauens. Neben ersten archäologischen Spuren machte Herzog Rudolf I. in seinem vor 717 Jahren erstellten Freiheitsbrief das Brauen und Schenken zu einem Privileg der Nabburger Bürger, 200 Jahre später ist gleiches durch Landgraf Johann IV. für Pfreimd überliefert. Zum diesbezüglichen Handel beider Städte wurde 1593 vertraglich geregelt, es soll "das aus Pfreimd nach Nabburg gelieferte Bier mit doppeltem Ungelt belegt werden. Mit dem Bier, das von Nabburg nach Pfreimd eingeführt wird, soll der Landgraf ebenso verfahren."
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts durfte dann auch der Adel "allein zur Nothdurft seines Gesäßes", sprich zum Eigenbedarf brauen. Bierbann und Bierzwang bestanden weiterhin, was jedoch den Schwarzenfelder Edelmann Jörg Plankenfelser nicht hinderte, die bier-wirtschaftlichen Beziehungen mit den Nabburger Wirten durch den Bau eines eigenen Brauhauses auf eine harte Probe zu stellen. Lange und kontroverse Verhandlungen folgten - Ergebnis offen.

Was noch erhalten blieb

Der Ausgang der Brauereigeschichte des 20. Jahrhunderts hingegen ist bekannt: Ob in Guteneck, Altendorf, Pfreimd, Nabburg oder zuletzt in Schwarzenfeld, eine Braustätte nach der anderen wurde geschlossen, das Inventar aufgelöst und die Gebäude meist kurz danach abgebrochen.

Erhalten haben sich meist nur "kleine Erinnerungsstücke", Fotos, Schilder, Krüge, Etiketten und andere Raritäten, die in der Ausstellung nun erstmals ortsübergreifend zusammengetragen wurden und in Kombination mit interessanten Archivalien noch bis 2. Juni im Stadtmuseum Zehentstadel Nabburg jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen sind.
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