16.06.2004 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Ausstellung mit Werken von Alfons Haseneder im Bauernmuseum Museumsvater mit Faible für Kunst

von Redaktion OnetzProfil

Jeder, der sich intensiver mit dem Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen beschäftigt, stößt früher oder später auf den Namen Alfons Haseneder. Der 1911 in Treffelstein bei Waldmünchen geborene Lehrer war der Initiator und Mitschöpfer des Oberpfälzer Bauernmuseums in Perschen.

Alfons Haseneder war seit 1953 Schulleiter in Diendorf und außerdem Kreisheimatpfleger. Als der letzte Edelmannsbauer in Perschen, Michael Hösl, aussiedeln wollte, war Haseneder klar, dass dieses an der Naab gelegene Kleinod geschützt werden müsse. Von Perschen ging bereits im achten Jahrhundert die Christianisierung des umliegenden Gebietes aus, eine erste Erwähnung eines Pfarrhofes gibt es aus dem Jahre 1161. Der damalige Bau wurde später ersetzt. Im "Rußbalken" der Stube des Museums ist eine Inschrift zu lesen: "Leonhard Hilprant hat den Hof ausgebaut in 1605 zu Persn".

Kirche, Karner, Friedhof und Edelmannhof bilden ein Ensemble, das in seiner historischen und architektonischen Bedeutung in Bayern kaum seinesgleichen hat. Zum Glück wusste das auch der Landeskonservator Torsten Gebhard, der dafür sorgte, dass nach dem Ankauf der Hofanlage durch einen neugegründeten Museumsverein auch die Nebengebäude erhalten blieben und das ganze zu einem Museum bäuerlicher Kultur und Lebensweise ausgebaut wurde. Unermüdlich waren Haseneder und seine Mitstreiter bemüht, Gegenstände für die Sammlung zu erwerben.

Die finanziellen und personellen Anforderungen wurden letztlich für den Verein zu groß und so schenkte man das fertig eingerichtete Museum 1977 dem Bezirk Oberpfalz. Der nahm diese Schenkung zum Anlass, ein Feilichtmuseum ganz in der Nähe zu bauen und es mit dem Edelmannshof in Perschen zu einer Einheit zu verschmelzen. Alfons Haseneder blieb noch bis 1977 Museumsleiter und auch danach weiterhin dem Museum verbunden.

Nur wenige Menschen wissen, dass der Museumsmann auch ein passionierter Maler und Zeichner gewesen ist. Um diese Facette zu würdigen, wird am 18. Juni um 16 Uhr eine Ausstellung mit seinen Bildern und Grafiken im Dachgeschoss des Edelmannshofes eröffnet.

Viele dieser Bilder entstanden auf Reisen - zum Beispiel an der Nordseeküste oder den Alpen. Auch die Kriegszeit wurde dokumentiert, als Haseneder in Afrika stationiert war, und die Kriegsgefangenschaft in Kanada. Wieder und wieder jedoch griff Haseneder zu seinem Aquarellpinsel, zu Kohlenstift und Tusche, um sein geliebtes Perschen zu porträtieren.

Die ersten Bilder dieser Ausstellung stammen aus den 20er Jahren des und kontinuierlich zieht sich die Nebenbeschäftigung des Malens durch sein Leben. Eine besonders reiche Schaffensphase schloss sich an die Beendigung seines Amtes als Museumsleiter an.

In dieser Zeit besann er sich einmal mehr auf die Schönheit seiner Heimat und malte immer wieder das Naabtal, Nabburg oder eben Perschen. In Zusammenarbeit mit dem Verein "Oberpfälzer Bauernmuseum Neusath-Perschen" und mit Hilfe vieler Leihgeber konnte es nun möglich gemacht werden, diese Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zwar gerade an dem Ort, der Alfons Haseneder sicher am liebsten gewesen wäre, nämlich im Edelmannshof in Perschen.

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