Bischof Rudolf lernt seine Diözese kennen
Besuch mit offenem Herzen

Das T-Shirt passt. Ab sofort gehört der Bischof zur Schulfamilie des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums.
Lokales
Nabburg
25.04.2013
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Er mag die Menschen - einfach so, nicht weil er muss oder es das Amt von ihm verlangt. Wenn Bischof Rudolf Voderholzer mit einem "Grüßt's euch" und "was für ein herrliches Wetter" auf die Leute zugeht, wirkt es, als käme jemand zu Besuch, den man schon lange kennt, dem man sich anvertrauen, mit dem man diskutieren kann und nicht der neue höchste kirchliche Würdenträger der Diözese. Der Leiter des Nabburger Gymnasiums Franz-Xaver Huber bringt es auf den Punkt. Es sei "so angenehm unkompliziert".

Bischof Rudolf hat keine Berührungsängste, ganz egal ob es Schüler und Lehrer des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums oder die Führungsspitze von Gerresheimer in Pfreimd und die Schichtarbeiter sind. Das waren gestern Vormittag zwei Stationen seiner mehrtägigen Pastoralreise, um seinen neuen Wirkungskreis kennenzulernen.

Natürlich waren die Schüler und das Lehrerkollegium am Gymnasium neugierig, gespannt und zugleich ein bisschen aufgeregt. Schließlich kam der Bischof zu Besuch, der heute vor einem viertel Jahr im Dom zu Regensburg geweiht wurde, und den die meisten nur aus Fernsehen oder Zeitungen kennen. Ein historisches Ereignis nannte der Schulleiter den Tag.

Der Schülerchor unter Leitung von Stefan Schindler empfing den Oberhirten des Bistums mit Melodien aus "Sister Act". "Ein wunderbarer Film und eine wunderbare Musik", bemerkte der Bischof und spätestens jetzt war der Bann gebrochen. Aus einer Lehrerfamilie stammend, wäre er Lehrer geworden, wenn er sich nicht für den Pfarrerberuf entschieden hätte. "Denkt's dran, der Bischof beneidet euch," gab er den Gymnasiasten mit auf den Weg.

Asterix zum Entspannen

Er beneide sie, weil die Kinder und Jugendlichen noch in die Schule gehen dürfen. Sie dürften Bücher lesen statt Akten. Tja und der Bischof? Er liest Asterix zur Entspannung, verrät er in der Schulaula. Und er habe, Gott sei Dank, eine schöne Schulzeit erleben dürfen. Ein Religionslehrer habe maßgeblichen Anteil daran, dass er Priester geworden sei.

Doch Voderholzer ist nicht nur offen, was seine Person betrifft, er ist auch ein guter und aufmerksamer Zuhörer, sensibel für Zwischentöne oder feine Nuancen. Dann fragt er nach. Bisweilen macht er sich auch Notizen. Seinen Pastoralbesuch versteht er als wichtiges Element das Bistum kennenzulernen, sozusagen "rein schmecken" und mit "offenen Augen, Ohren und Herzen alles aufnehmen".

Begleiter vom Fach

Begleitet wird er nicht nur von den jeweiligen Ortspfarrern, Dekan Michael Hoch und Regionaldekan Gerhard Pausch, sondern auch von den jeweiligen "Fachleuten", Domkapitular Johann Neumüller für Schulen und Hochschulfragen zuständig, oder Monsignore Thomas Schmid, Sozialpfarrer der Diözese, und Richard Wittmann, Betriebsseelsorgereferent in Weiden.

Einsicht reifen

Voderholzer offenbart bei diesen Visiten gleichzeitig einige seiner Grundsätze. Schule ist für ihn ein Ort des Lernens, aber auch das Ineinandergreifen von Geisteswissenschaften und Physik etwa, Schule begreift er ebenso als einen Ort der Vermittlung menschlicher Kompetenzen, an dem die Einsicht reifen solle, über den Weg und die Berufung in der Welt.

Und Arbeit, lässt er bei Gerresheimer durchblicken, soll den Menschen zufriedenstellen, er soll Erfüllung finden. Für den Bischof hängen Beruf und Berufung noch immer eng zusammen. Leben heißt nicht nur Arbeiten. So ist es ihm ein Anliegen zu erfahren, dass der Betrieb auch junge Familien mitkommen lässt, sprich auf deren Bedürfnisse eingeht.

Nach einer Präsentation der Firma, kurzen Zwischengesprächen und einem Rundgang will der Bischof eins: "Jetzt gehen wir zu den Menschen." Ein Mittagessen und eine Unterhaltung mit den Mitarbeitern in der Kantine sind ihm wichtig und auch sein ausdrücklicher Wunsch.
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