23.09.2009 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Christof Nickl legt sich mit den Nazis an Abgeordneter im Portrait: Ein Landwirt mit Courage

von Autor SEFProfil

Der erste Bundestagsabgeordnete für die hiesige Region, Christof Nickl, wurde am 15. Februar 1886 in Roslas (heute Gemeinde Speichersdorf, Landkreis Neustadt/WN), geboren. Er besuchte die Landwirtschaftsschule in Regensburg und übernahm früh den elterlichen Hof.

Daneben engagierte er sich ehrenamtlich, unter anderem im Ausschuss der Bezirksbauernkammer. Der bayerische Landwirtschaftsminister Anton Fehr verlieh ihm 1928 den Titel "Ökonomierat". Weil er offen die Machenschaften der Nationalsozialisten in Frage stellte, wurde er 1933 verhaftet, verhört, aber wieder freigelassen. Trotzdem bewahrte er seine kritische Distanz dem neuen Regime gegenüber, beschränkte sich aber nun ausschließlich auf die Bewirtschaftung des eigenen Hofes.

1945 wurde der mutige Landwirt von der amerikanischen Militärregierung als Bürgermeister von Haidenaab eingesetzt. Als Roslas der Gemeinde Mockersdorf einverleibt wurde, wählten ihn die Einwohner gleichfalls in dieses Amt. Am 31. Mai 1948 konstituierte sich der neue Kreistag des Landkreises Kemnath und wählte Christof Nickl zum Landrat.
Allerdings war er nur etwas mehr als ein Jahr im Amt, weil er am 14. August 1949 in den Deutschen Bundestag gewählt wurde. Im Parlament, dem er bis 1953 angehörte, war er ordentliches Mitglied des Petitions- und Grenzlandausschusses.

Für seine Verdienste wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz und einem hohen päpstlichen Orden ausgezeichnet. Ökonomierat Christof Nickl starb am 14. November 1967 in seinem Heimatort Roslas.

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