12.08.2014 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Feuer vernichtet komplette Übergabestation - Schaden wird auf 750 000 Euro geschätzt Großeinsatz am Solarpark

Unternehmer Hans Wild musste erst einmal durchschnaufen. "Da haben wir Glück gehabt, dass jemand da war und den Brand bemerkt hat", seufzte er gestern, als er über die Zerstörungen an seiner Solaranlage in Eckendorf nachdachte, "den sonst wären es nicht 750 000 Euro, sondern fünf Millionen Euro Schaden gewesen". Die komplette Übergabestation des Solarparks Nabburg-Eckendorf wurde vernichtet. Vermutlich war ein technischer Defekt schuld.

Das linke Wechselrichtergebäude des Solarparks Eckendorf wurde gestern durch ein Feuer innen völlig zerstört. Die Polizei geht von einem technischen Defekt aus, der einen Schaden von 750 000 Euro nach sich zog. Die alarmierten Feuerwehren waren fast eineinhalb Stunden im Einsatz. Bild: Dobler
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Gegen 11.30 Uhr bemerkten die Kinder von Wild, die im Garten unweit des Solarparks in Eckendorf spielten, dass sich Rauch entwickelte. Ausgangspunkt für den Qualm war die Übergabestation am Rande der großflächigen Anlage. "Da drin wird der Solarstrom auf eine 20-KV-Ebene gewandelt", erläuterte der Unternehmer. Zwei der Wechselrichter seien zerstört worden.

Anlage lief unter Volllast

Ein Problem war laut Wild, dass die Anlage zur Mittagszeit gerade auf Volllast arbeitete, als der Brand ausbrach. So wurde weiter Strom in das Gebäude gepumpt, auch nachdem die Wechselrichter kaputt waren, da die Solarfelder nicht so schnell abzuschalten waren. Bis dahin glühten und brannten die Leitungen.

"Es war ein Glück, dass wir zu Hause waren und den Brand bemerkt haben, weil das Solarfeld in Sichtweite liegt", bilanzierte Wild. Sonst wäre der Schaden weitaus höher ausgefallen als die 750 000 Euro, die Wild nannte. "Jetzt müssen Sachverständige kommen und die Ursache finden, damit es nicht nochmals passiert." Wobei Wild weiß, dass Brände in Übergabestationen durchaus nichts Ungewöhnliches sind.

Der Qualm, der über Eckendorf zog, roch scharf, weil in der Übergabestation Plastik verbrannte. So arbeitete die alarmierte Feuerwehr mit schwerem Atemschutz. Gelöscht wurde mit Pulver, da im Zusammenhang mit Strom kein Löschwasser verwendet werden darf.

Vier Wehren da

Der Nabburger Kommandant Andreas Ringelstetter erläuterte, dass neben der zuständigen Feuerwehr von Diendorf die Wehren aus Nabburg, Schmidgaden und Schwarzenfeld unterstützend vor Ort waren. Gegen 13 Uhr war der Einsatz der Löschkräfte beendet. Die Polizei teilte mit, dass man von einem technischen Defekt ausgehe und daher die Kriminalpolizei nicht eingeschaltet werden müsse. Verletzt wurde bei dem Unglück niemand.

Strom seit 2009

Das Gelände des Solarparks ist sechs Hektar groß, um das ein Zaun von einem Kilometer Länge gezogen wurde. Die Fotovoltaikanlage liefert jährlich etwa 1,8 Millionen Kilowattstunden Strom (Verbrauch von mindestens 700 Haushalten).

Die Solarpark Eckendorf GmbH mit Gesellschafter und Geschäftsführer Hans Wild investierte insgesamt fünf Millionen Euro, einschließlich zweier Wechselrichtergebäude. Die Anlage ging 2009 ans Netz.

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