Jäger-Kreisgruppe erfreut über Resultat des Vegetationsgutachtens - Abschussquote nicht erhöht
Rehe fressen den Wald nicht auf

Die fünf Hegegemeinschaften der Kreisgruppe stellten im Jugendwerk die Gehörne der erlegten Rehböcke aus. Laut Vegetationsgutachten kann die Abschussquote in den Revieren der Kreisgruppe gesenkt werden. Bild: ral
Lokales
Nabburg
15.04.2013
2
0

Bei der Hegeschau der BJV-Kreisgruppe Nabburg zeigten die fünf Hegegemeinschaften die Gehörne des erlegten Rehwildes. Erfreut waren die Jäger, dass das neue Vegetationsgutachten keine Erhöhung der Abschussquote erforderlich macht. In den Revieren der Kreisgruppe kann sie sogar gesenkt werden.

Kreisvorsitzender Alois Seegerer begrüßte im Jugendwerk viele Jäger und Jagdgenossen. Die Hegeschau zeige, dass die Jäger in der Kreisgruppe "die an sie gestellten Aufgaben erfüllt haben". Dieses gute Ergebnis wurde durch das Vegetationsgutachten bestätigt. Seegerer war verwundert über die Meinung mancher, dass "der Wald vom Reh vernichtet und aufgefressen wird". Dies stimme ganz und gar nicht. Rehe seien die Hauptwildart der Region. Für Seegerer war nicht nachvollziehbar, dass der Europäische Gerichtshof mit Blick auf die Menschenrechte es nun erlaube, dass Grundstückseigentümer ihr Grundstück aus der bejagbaren Fläche heraus nehmen können. "Irgendwie passen die ganzen Dinge so nicht mehr zusammen", meinte Seegerer. Ein deutlicher Beweis dafür, dass die Bejagung in der derzeitigen Art richtig sei, wäre das Vegetationsgutachten: "Hier kommen beide Seiten gut weg. Sowohl der Wald als auch das Wild."

Das Beste in Bayern

Kreisjagdberater Herbert Krauthann legte die Zahlen für die Jagdperiode 2010 bis 2013 vor. Im abgelaufenen Zeitraum wurden alle Vorgaben des Planes erfüllt. Gab es in der letzten Periode noch einen kleinen Nachholbedarf in der Hegegemeinschaft Guteneck, so wurde dieser nun erfüllt. "Das vorliegende Vegetationsgutachten für den gesamten Landkreis Schwandorf ist das Beste in ganz Bayern", so Krauthann. "Darauf können die Jäger und Jagdgenossenschaften stolz sein".
Einzig Sorge bereitet der Jägerschaft die hohen Zahlen von Fallwild. Das sind Rehe, die nicht gejagt werden, sondern überwiegend im Straßenverkehr zu Tode kommen. Dies waren in den letzten drei Jahren in der Kreisgruppe Nabburg 1053 Stück - 26 Prozent des gesamten Abschusses. Im abgelaufenen Zeitraum wurden 457 Böcke erlegt, alle Trophäen wurden vorgelegt. Im Bereich der weiteren bejagbaren Tiere seien die vorgegebenen Zahlen gleich geblieben. Besonders erfreulich sei die Entwicklung bei den Hasen, hier gebe es in der Kreisgruppe Nabburg die meisten im gesamten Landkreis.

Bürgermeister Armin Schärtl dankte den Beteiligten für ihre Arbeit: "Die Jäger sorgen für das richtige Gleichgewicht in der Kulturlandschaft Wald." Landtagsabgeordneten Otto Zeitler verwunderte das neue Vegetationsgutachten nicht, werde doch von Jägern und Waldbesitzern gute Arbeit geleistet. Mit mancherlei Entwicklungen in der Jagd zeigte sich Zeitler absolut nicht einverstanden. Auf der einen Seite würden den Jagdvorstehern immer mehr bürokratische Hindernisse aufgebaut. Auf der anderen Seite werde der versehentliche Abschuss eines Rehbockes ohne Hörner als Kavaliersdelikt dargestellt. "Hier laufen die Dinge nicht richtig". Zeitler bedauerte es, dass kein Vertreter des Landratsamtes an dieser Veranstaltung hat teilnehmen können. Lob gab es von Zeitler für das Landratsamt in Sachen Waffenrecht: "Hier sind die gesetzlichen Bestimmungen so umgesetzt worden, dass beiden Seiten genüge getan wird".

An einem Strang

Forstdirektor Alwin Kleber unterstrich dass das Ergebnis des Vegetationsgutachtens "das beste war seit Beginn der Erhebungen vor 26 Jahren". BBV-Kreisobmann Hans Wilhelm ging auf das Urteil ein, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Sachen Bejagung der eigenen Flächen gefällt habe. Es dürfe nicht Schule machen, ansonsten kämen immer mehr Schwierigkeiten auf Landwirte und Jäger zu. Wilhelm forderte beide Seiten auf, wie bisher zusammen zu halten und an einem Strang ziehen.

Die Landwirte hätten einen guten Beitrag zum Vegetationsgutachten erbracht, indem im Winter Zwischenfrüchte als Nahrungsgrundlage für das Wild angebaut würden. Das schone den Wald. Die Hegeschau wurde mit Signalen der Jagdhornbläser beschlossen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.