Jagdpächter reichen Klage ein und wenden sich in einer Petition an den Landtag
Formfehler in der Schusslinie

Lokales
Nabburg
27.04.2013
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"Hier wurde von Amts wegen aus einer Mücke ein Elefant gemacht", kommentieren die Jagdpächter der Reviere Diendorf Süd und Nord einen Bescheid des Landratsamtes, der in der Konsequenz ihre Pachtverträge ungültig machte. Sie haben Klage eingereicht, hoffen aber, dass sich das Blatt mit einer Petition an den Landtag noch wendet.

Die Angelegenheit wird in Jägerkreisen heiß diskutiert: In der Versammlung der Jagdgenossenschaft am 29. November 2012 waren Verpachtung und Wildschadensregulierung Thema. Mit den mehrheitlich gefassten Beschlüssen ging die Vorstandschaft jedoch nicht konform und erklärte geschlossen ihren Rücktritt. Bürgermeister Armin Schärtl kam - wie die Jungfrau zum Kind - zu einer ungewohnten Position: Er ist nun Notvorstand der größten Jagdgenossenschaft im Landkreis. In dieser Funktion schloss er auch die Pachtverlängerung um weitere neun Jahre mit den bisherigen Jägern ab.

Was beanstandet wird

Doch dann hakte die Untere Jagdbehörde am Landratsamt ein. Sie machte bei der Ladung zur Versammlung einen Formfehler aus. Folglich sind die Versammlung und auch die daraus resultierenden Verpachtungen ungültig. Das Jagdjahr hat zum 1. April begonnen, aber es gibt keine rechtmäßigen Pächter. Wer soll nun die Reviere bejagen?

Die bisherigen Pächter haben auch den Kontakt zum Landrat gesucht, so Dr. Ulrich Heigl. Auf die Argumente sei jedoch von seiten des Landratsamtes nicht eingegangen worden, stellt Konrad Kederer fest. Damit der Beanstandungsbescheid keine Rechtskraft erlangt, wurde Klage bei Gericht eingereicht. "Zeitnah" wollen die sieben Jagdpächter eine Eingabe an den Landtag machen: "Wir hoffen, dass wir Erfolg haben und sich damit eine Klage erübrigen würde".
Für Bürgermeister Armin Schärtl ist in diesem schwebenden Verfahren momentan nur eines zu tun: Er muss als Notvorstand dafür sorgen, dass die Bejagung in den Revieren gewährleistet ist. Schärtl tat das Naheliegende und bat die bisherigen Pächter darum, die sich dazu bereit erklärten. Auch bei Wildunfällen, bei der Nachsuche, ist die Hilfe von Jägern erforderlich. Nach ihrer Ansicht muss diese kommissarische Tätigkeit noch vom Landratsamt abgesegnet werden, Schärtl winkt ab: Es obliege ihm als Notvorstand für eine Bejagung zu sorgen. Seiner Bitte seien die Pächter nachgekommen. Dabei handle es sich um eine kommissarische Revierbetreuung, aus der keine Anerkennung eines Pachtverhältnisses abzuleiten sei, verweist Schärtl auf das schwebende Verfahren.

Bei ihrer Klage zielen die Jäger auf den vom Landratsamt beanstandeten Formfehler bei der Ladung ab, der ihrer Auffassung nach keiner ist (siehe Hintergrundkasten). Für die Jäger steht fest: "Der veröffentlichte Hinweis in der Tageszeitung hat zu keiner Zeit den Anspruch einer ortsüblichen Bekanntmachung erhoben und kann nicht als Fristverletzung beanstandet werden".

Kein Einwand Dritter

Für die Jäger ist das Handeln des Landratsamtes unverständlich. Es gebe weder ein öffentliches Interesse, "noch haben Dritte Einwände erhoben". Der weiteren Verpachtung sei mit großer Mehrheit der Grundeigentümer (88:13) zugestimmt worden. "Knapp drei Monate später haben wir erfahren, dass das ungültig sein soll". Damit sei zum einen der Wille der Mehrheit nicht vollzogen und zum anderen dem Ehrenamt ein Bärendienst erwiesen worden.
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