18.06.2004 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Kein Verständnis für Behördenveto

von Claudia Völkl Kontakt Profil

"Das ist fast eine unendliche Geschichte", bemerkte Bürgermeister Josef Fischer, als es um den Bau einer Überfahrt über den Zitterbach an der Bärnmühle bei Höflarn ging.

Vor etwa 20 Jahren wurde die Brücke bei einem Manöver der Bundeswehr beschädigt. Mit dem damaligen Grundbesitzer konnte die Stadt keine Lösung des Problems herbeiführen. Nach dessen Tod kam zwar mit den Erben eine Einigung zustande, doch dann wurde das Anwesen verkauft. Mit den neuen Ansprechpartnern wäre die Stadt jetzt auf einen Nenner gekommen. "Alle wären nun unter einem Dach, mit Ausnahme der Unteren Naturschutzbehörde", so Fischer. Das Landratsamt vertritt den Standpunkt, "dass es 20 Jahre ohne Brücke gegangen ist" und sie folglich jetzt auch nicht mehr benötigt werde. Die Anlieger, die den Wald bewirtschaften, "sollen das Holz über den Berg schleppen".

Laut Fischer handelt es sich um einen öffentlich eingetragenen Weg. Er plädierte dafür, sich über die Wünsche der Unteren Naturschutzbehörde - sie meint dass der Eingriff zu gravierend wäre - hinwegzusetzen. Der Bürgermeister pochte auf die Planungshoheit der Stadt. Wenn die Überfahrt nicht errichtet werde, müsse das Geld für den Manöverschaden, das die Stadt damals erhalten habe, im Prinzip wieder zurückgezahlt werden.

Die Stadträte beurteilten die Situation genauso. Einstimmig war das Gremium der Meinung, dass die Überfahrt gebaut werden soll. ödp-Stadträtin Heidi Eckl brachte es auf den Punkt: Von den Landwirten werde verlangt, dass sie die Wälder pflegen. "Dann wird ihnen durch so etwas die Bewirtschaftung erschwert". Es sei wohl nicht im Sinne des Naturschutzes, "wenn wir dann da hinten Borkenkäfernester haben."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.