Landrat Volker Liedtke bedauert Schritt der Schließung - Notfalls die Rückkaufoption ziehen
"Asklepios ist jetzt am Zug"

Lokales
Nabburg
01.02.2013
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(ihl/tib) Bürgermeister Armin Schärtl ist einfach nur enttäuscht und kommt zu dem Schluss: "Das hätten wir vor drei Jahren mit einem anderen Bieter auch schon haben können." Landrat Volker Liedtke bedauert die Schließung des Krankenhauses zum 1. April, ist aber wegen der Entwicklung in der vergangenen Zeit nicht überrascht. Und MdL Otto Zeiler, der einen guten Draht zu Asklepios pflegt, denkt an eine ambulante Reha-Einrichtung.

Eine einzige Enttäuschung nennt der Nabburger Bürgermeister Armin Schärtldas langsame Sterben des örtlichen Krankenhauses. "Das habe ich schon die ganze Zeit befürchtet." Er könne nur wiederholen, was er in der Bürgerversammlung Ende vergangenen Jahres gesagt habe.

Nicht ein einziges Versprechen habe Asklepios halten können. "Keines der angekündigten Konzepte war von Erfolg gekrönt," sagte er gestern Abend. "Das hätten wir vor drei Jahren mit einem anderen Bieter auch schon haben können", verschafft er seiner Resignation Luft. Er hoffe, dass eine Nachfolgenutzung, um die sich Asklepios sicher intensiv bemühe, mehr Glück bringe.

Der Bürgermeister will am Dienstag in der Sitzung ausführlich den Stadtrat informieren. Er selbst hat gestern Mittag durch Regionalgeschäftsführer Dr. Boris Rapp von der Schließung erfahren. Schärtl will, falls alles scheitere oder das Nachfolgekonzept nicht überzeuge, durchaus die Option des Rückkaufs durch den Landkreis ziehen.

Darüber will Landrat Volker Liedtkezum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sprechen. Die Schließung löse bei ihm Bedauern aus. "Überrascht hat es mich nicht mehr." Die mangelnde Akzeptanz und zurückgehende Belegungszahlen, nicht zuletzt das Aus für die Psychosomatik, hätten dies angedeutet. "Wir werden genau prüfen, welches Nachfolgekonzept Asklepios vorlegen wird", kündigt er an.
Es sei aber zum jetzigen Zeitpunkt zu früh, konkrete Aussagen zu treffen, auch bezüglich einer Rücknahme. In diesem Falle sei zum Beispiel zu prüfen, ob der Landkreis als Eigentümer nicht Fördergelder zurückzahlen müsse, wenn kein Krankenhausbetrieb mehr laufe. "Asklepios ist jetzt am Zug", macht Liedtke deutlich, nachdem der Betreiber mit seinen bisherigen Bemühungen am Ende sei. Heute finde eine interfraktionelle Besprechung statt. Sie diene der Information und einer Erörterung der Vertragsformulierungen. Entscheidungen zum Haus Nabburg würden im Kreistag gefällt.

"Das ist nicht die Ideallösung, aber unter diesen Gegebenheiten ist es eine gute Lösung die zu einem guten Ziel führen kann", kommentiert der Nabburger CSU-Landtagsabgeordnete Otto Zeitler die Asklepios-Entscheidung - vorausgesetzt, das Personal wird andernorts weiterbeschäftigt. Seiner Ansicht nach hätte bereits vor rund zehn Jahren ein anderes Konzept verfolgt werden sollen. Damals hätten seiner Meinung nach die ehemaligen drei Kreiskrankenhäuser und das St.-Barbara- Krankenhaus in Schwandorf unter ein Dach gebracht werden sollen. Nachdem die Häuser in Nabburg und Lindenlohe als Einheit geführt würden, sei es nun entscheidend, "dass in der Mitte des Landkreises eine 99,9-prozentige ärztliche Versorgung angeboten wird".

Sie sei dort auf optimale und hochqualifizierte Weise sichergestellt. In Nabburg könnte sich Zeitler vorstellen, das jetzt mit vier Praxen bestehende Ärztehaus auszubauen und eventuell in Kooperation mit einem renommierten Partner eine ambulante Reha einzurichten. "Das passt doch wie die Faust aufs Auge und ist etwas, das Zukunft hat."
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