17.08.2014 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Rundes Programm zum Kräutertag im Freilandmuseum - Wohlfühl-Kissen und "Salz für wilde Kerle" Kein Kraut gegen die Wetter-App

Gegen alles ist ein Kraut gewachsen - nur nicht gegen die Wetter-App. Regen gab es beim Kräutertag im Freilandmuseum lediglich zum Finale. Doch die düsteren Vorhersagen machten die Besucherzahlen überschaubar. Dabei war das Programm wirklich rund.

Was der Frauenbund im Museum auf den Tisch brachte, wurde zu duftenden Kräuterbüscheln und schmucken Kränzen verarbeitet. Bild : Völkl
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Ob Denkenbauern- oder Schallerhof: Kräuterduft lag überall in der Luft. Im Denkenbauernhof hatte sich der Nabburger Frauenbund einquartiert. Einen Tag sammeln, einen Tag sortieren und passend zuschneiden - Regina Bindl, Martha Grasser, Christa Prifling, Christa Schlagenhaufer, Brigite Müller und Sigrid Feldbauer breiteten auf langen Tischen Königskerze, Johanniskraut, Wermut und Schafgarbe aus - eben alles, was in ein Kräuterbüschel gehört. Hinweise zur Heilwirkung wurden gleich mitgeliefert. Die Kräuterbüschel wurden gerne gekauft, ebenso Lavendelsäckchen für den Kleiderschrank und schmucke Kränze. Die Preise waren mehr als moderat und der Erlös wird für einen guten Zweck gespendet.

In der Stube hatte die zertifizierte Kräuterführerin Ulrike Gschwendner ihre Schätze ausgebreitet und hübsch drapiert. In Gläschen, Flaschen und Döschen hatte sie die Wirkung der Kräuter "eingefangen": Da gabs Wildkräutersalz neben Apfel-Thymian-Aufstrich, Roßkastanientinktur neben Grünkraft-Bitter: Er besteht aus Schafgarbe, Löwenzahn und Mariendistelsamen. "Das kurbelt den Stoffwechsel an", weiß Gschwendner "und dämpft die Lust auf Süßes". Bei ihr kommt der Aufstrich unter Käse und Wurst aufs Brot. Die nicht gerade schmackhaften Bitterstoffe wurden aus den Gemüsen heraus gezüchtet, weiß die Fachfrau. Sie fehlen für einen gesunden Stoffwechsel.

Zu kaufen gab es auch Brennnesselsamen. "Damit wurden früher vor dem Verkauf abgehalfterte Pferde aufgehübscht", erzählt ein Museumsgast. Frauen bekommen glänzendes Haar. Gschwendner hat auch "Salz für wilde Kerle" und "Salz für Frauenpower". Letzteres enthält Schafgarbe, Brennnessel und Beifuß. Doch die Salze sind "unisex", erzählt Gschwendner lachend. "Frauenpower" hilft ebenso bei Prostatabeschwerden.

Wer wollte, konnte sich auch im Hausgarten Kräuter und ihre Wirkung erläutern lassen. Margarete Zisler hatte im Schallerhof viel Geduld, als sich die Gäste im Stoffdruck übten.

Werden die hübschen Leinenbezüge mit Lavendel, Hopfen und Dinkelspelz gefüllt, ist das "Wohlfühlkissen" fertig. Bevor die Besucher sich darauf ausruhten, durften sie sich bei Kathrin Rieppel noch mit selbst gemachten Kräuterbonbons oder bei den Wirten des Vereins "Gastliches Nabburg" mit Kräutergerichten verwöhnen lassen.

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