Schutzprogramm des Landkreises zum Erhalt seltener Pflanzenarten fortgeführt
Heimat für "Froschbiss" und "Simse"

Landrat Thomas Ebeling (rechts) und Biologe Rainer Woschée nahmen bei den Langwiedteichen in Diendorf die "Wurzelnde Simse" genau unter die Lupe und stellten Möglichkeiten vor, die seltene Pflanzenart zu schützen. Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
05.09.2014
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Im Landkreis sind über 25 hochgradig gefährdete Pflanzenarten zu finden - wie die "Wurzelnde Simse". Für den Schutz und den Erhalt der auf der Roten Liste stehenden Arten gibt es seit 2005 ein Hilfsprogramm des Kreises, damit "Froschbiss", "Gelber Günsel" oder das "Sumpf-Läusekraut" weiterhin in der Region wachsen können und nicht von der Flora-Landkarte verschwinden.

Bei einem Ortstermin bei den Langwiedteichen in Diendorf (Stadt Nabburg) informierte Landrat Thomas Ebeling - gleichzeitig Vorsitzender des Naturparkvereins -, Vertreter der Kreisbehörde und der Regierung sowie Biologe Rainer Woschée über mögliche Maßnahmen, um die seltenen Pflanzenarten zu erhalten.

Die "Wurzelnde Simse" ist - außer in Diendorf - im Landkreis noch im Bereich Schwandorf-Schwarzenfeld oder im Charlottenhofer Weihergebiet zu finden. Da die "Wurzelnde Simse" nasse Schlammböden mag, sind zeitweise verlandete Teichgebiete für sie hervorragende Standorte.

Gespräch mit Teichwirten

Genau hier wäre für Biologe Woschée ein Ansatzpunkt für den Erhalt der seltenen Art: Verlandungszonen schaffen, die im Sommer trocken sind. Saisonal müsste dann Wasser angestaut werden, damit sich andere Pflanzen nicht ausbreiten und die "Wurzelnde Simse" zerstören. Der Grund: "Dauerhafte Arten verdrängen alles Empfindliche", legte der Experte dar. Eine Möglichkeit wäre es, mit Teichwirten zu sprechen, ob sie - gegen Bezahlung - ihre Teiche so bewirtschaften könnten, dass derartige Verlandungszonen - wie sie die "Wurzelnde Simse" braucht - entstehen können.

Markus Kurz, Gebietsbetreuer für den Naturpark "Oberpfälzer Wald" und das Oberpfälzer Seenland, stellte nach einleitenden Worten von Landrat Thomas Ebeling und Zweitem Bürgermeister Kurt Koppmann das floristische Artenhilfsprogramm, das seit 2005 unter der Regie des Kreises läuft, vor. Er bezeichnete es als Mosaikstein im erfolgreichen Bemühen im Natur- und Umweltschutz.

Das Artenschutzprogramm für Pflanzen ist Teil eines ganzheitlichen Ansatzes, der sich auch auf die Tierwelt erstreckt - zum Beispiel durch das Bibermanagement des Landkreises, Amphibienschutzmaßnahmen des Bund Naturschutz oder die Vogelpflege- und -auffangstation des Landesbundes für Vogelschutz. Ziel sei nicht nur die Kartierung der seltenen Pflanzen, sondern auch Vorschläge zu deren Schutz und zur Entwicklung der Standorte. "Wir wollen unsere Heimat als lebenswerte Heimatz schützen und erhalten", betonte Kurz.

Das Artenschutzprogramm kostet gut 11 000 Euro im Jahr. 15 Prozent davon übernehmen der Landkreis und der Naturparkverein "Oberpfälzer Wald", die übrigen 85 Prozent zahlen die EU und der Freistaat.
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