18.06.2004 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Soldatenkameradschaft wünscht sich ein Kriegerdenkmal - Stadtrat: Standort "nicht das Optimale" Drei Kreuze vor dem Mähntor

Das Dornenkreuz, ein Denkmal zur Erinnerung an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten, steht in der Nikolauskirche. Manchen ist es hier zu "versteckt". Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft stellte nun den Antrag auf Errichtung eines Kriegerdenkmales auf dem Platz unterhalb des Mähntores. "Nicht das Optimale" so der Tenor des Stadtrates.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

Die Krieger- und Soldatenkameradschaft schlägt vor, die drei von Bildhauer Waldemar Behrens gestalteten Kreuze, die im neuen Teil des Stadtfriedhofs stehen, im Rondell unterhalb des Mähntores zu platzieren. Also an der Stelle, wo sich derzeit der früher umstrittene Findling befindet.

Behutsam umgehen

"Mit einer derartigen Gestaltung sollte man behutsam umgehen", meinte Bürgermeister Josef Fischer. Das Vorhaben müsse gründlich geprüft und mit Fachleuten beraten werden. Fischer hatte Zweifel, ob "sich an dieser Stelle erfüllen lässt, was sich die Antragsteller erwarten". Stadtrat Walter Ratzke (ödp) gab zu bedenken, dass ein Ehrenmal ein "Platz der Würde und des Nachdenkens" sein sollte. Am Findling fänden sich aber vorwiegende Liebespaare. "Das passt doch irgendwie nicht zusammen", meinte Ratzke. Wenn ein Denkmal geschaffen werde, dann an einem würdigeren Platz.

In einem Gesamtkonzept

Otto Trautner (ABU) riet mit Blick auf das die Altstadtansicht prägende pittoreske Mähntor zur Vorsicht. "Die drei Kreuze passen da nicht so ohne weiteres hinein". Falls die Idee weiterverfolgt werde, könne dies nur im Rahmen eines Gesamtkonzeptes geschehen. Karl Beer sprach sie im Namen der CSU-Fraktion "jederzeit für ein öffentliches Denkmal" aus, "doch an der Stelle passt es wohl kaum". Die Stadt habe "hochbezahlte Altstadtplaner". Von dieser Seite könnten sicher gute Anregungen gemacht werden. Josef Obermeier (CSU) warf ein, dass im Stadtfriedhof ja immer mehr Gräber aufgelassen würden. Wäre der entstehende Parkcharakter nicht der ideale Rahmen für ein Ehrenmal?

Der Stadtrat war sich letzlich einig, dass ein Kriegerdenkmal in der vorgeschlagenen Variante "nicht das Optimale" wäre. In die Diskussion sollen nun Städteplaner Hartmut Schließer, Stadtheimatpfleger Raphael Haubelt und Bildhauer Paul Schinner einbezogen werden.

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