22.08.2014 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Umfangreiche Innen- und Außensanierung - Feuchtigkeit lässt Schimmelpilze blühen Windeln für das Obertor

Johannes Schießl (Vierter von links) erklärt dem Bauausschuss die Schwachstellen an der Außenfassade des Obertors. Über offene Fugen dringt beispielsweise Regenwasser ein. Bild: Held
von Irma Held Kontakt Profil

Das Obertor kostet der Stadt einen Batzen Geld und das obwohl es erst Mitte der 90er Jahre generalsaniert wurde. Die Feuchtigkeit hat dem "Postkartenmotiv", wie es Bürgermeister Armin Schärtl nennt, vor allem innen schwer zugesetzt. Auf 150 000 Euro werden die Kosten für das Trockenlegen geschätzt. Als der Bauausschuss bei einem Ortstermin am späten Donnerstagnachmittag das Denkmal betrat, bedurfte es keiner Erklärungen mehr, wofür Geld ausgegeben wird. Kräftig durchgelüftet und bei noch immer offenen Fenstern riecht es modrig.

Kondenswasser

"Die Wände sind durchfeuchtet", sagt Schärtl und erteilt Johannes Schießl vom Bauamt das Wort. Dieser macht mehrere Problembereiche aus: null Dämmung der Wände, schlecht isolierte Fenster und offene Fugen nach außen. Das hat zur Folge, dass sich Kondenswasser vor allem in den Fensterleibungen sammelt und die Schimmelpilze, deutlich sichtbar, fröhliche Urstände feiern. Schießl zufolge sinkt die Temperatur in der kalten Jahreszeit innen an den Wänden fast auf null Grad.

Putz abschlagen

Sofern das Wetter mitspielt, beginnt die Sanierung noch heuer. Wünschenswert wäre, die Außenfugen im oberen Torteil abzudichten. Vor dem Winter sollen die Fenster ausgetauscht werden. Der Innenputz muss mehr oder weniger komplett abgeschlagen werden. Zur Temperierung dienen Kupferrohre, die im Sockel, in den Fensterleibungen und, falls nötig, in einem Meter Höhe verlegt werden. Die Temperatur im Obertor darf, unabhängig von der Nutzung, nicht unter 13 oder 14 Grad fallen. "Dann sind wir aus der Schimmelgefahr draußen", erklärt Schießl dem Gremium. Erst danach wird neuer Putz aufgetragen und speziell der Nischenbereich der Fenster gedämmt. Im Herbst sollen auch die Aufträge für nächstes Frühjahr vergeben werden. Außen sind zum Beispiel poröse Steine zu ersetzen und weitere Fugen abzudichten, ebenso Treppenaufgang und Umgang. Eine Entwässerung sorgt künftig dafür, dass Regen die "Abdichtung nicht hinterläuft". Statische Risse an Aufgang und Torbogen werden ausgebessert, sie sind nicht bloß Schönheitsfehler.

Der Vorschlag Josef Webers, das Obertor als Kaltraum, ähnlich wie Kirchtürme, zu belassen, stößt beim Bürgermeister auf wenig Gefallen. Das Obertor soll nicht leer bleiben. Bis vor wenigen Jahren diente es Otto Zeitler als Abgeordnetenbüro. Weil die letzte Sanierung noch nicht lange her ist, gibt es kein Geld aus der Städtebauförderung. Bei der Sanierung damals, mutmaßt Schießl, stand der Denkmalschutz im Vordergrund. Auf bauphysikalische Aspekte sei weniger geachtet worden.

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