10.05.2004 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Viertes Streetfightertreffen zieht Tausende Besucher an den Skilift - Burn-Out-Käfig als ... Gummi geben, bis der Reifen platzt

Ein lauschiges Plätzchen zum Schlafen: Auf einer Holzpalette, an den Baustahl angelehnt, liegt er da. Ein stattliches Mannsbild. Neben ihm heulen die Motoren und platzen die Reifen in einer Lautstärke, dass man sich wünschen möchte, AC/DC würden einen in den Schlaf singen. Doch das stört ihn nicht. Viel aufmerksamer hingegen ist der Rest der mehreren tausend Besucher, die sich um den Burn-Out-Käfig beim Streetfighter-Treffen scharen.

von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Bereits auf dem Weg zum Skilift, an dem sich am Freitag und Samstag Streetfighter aus ganz Deutschland trafen, lässt sich erahnen, dass das schon ein eigenes Völkchen ist, das da zusammengekommen ist. Aber genau das wollen sie ja sein. Anders. Der "Duft" von heißem Gummi liegt in der Luft, Motorräder, die auf höchsten Drehzahlen touren, und ab und an ein lauter Knall sorgen für die nötige Soundkulisse. Irgendwo dazwischen mühen sich Francis Rossi und Rick Parfitt alias "Status Quo", ihr "What you're proposin' durch die Boxen unter die Leute zu bringen. Doch eine echte Chance haben sie nicht gegen das, was im Burn-Out-Käfig vor sich geht und die Herzen eines jeden Streetfighters höher schlagen lässt.

Zwei Stöcke und Lichter

Der Burn-Out-Käfig - zweistöckig und mit einer Lichtertraverse umgeben - ist das Highlight eines jeden Treffens. Da wird, wie der Name schon sagt, "geburnt" - quasi die Königsdisziplin der Streetfighter. Und in der geht es hauptsächlich darum, möglichst viel Gummi auf der Straße zu lassen und - bestenfalls - seinen Reifen zum Platzen zu bringen. In einer Schlange stehen die Biker vor dem Käfig um, einer nach dem anderen, ihre Kunststücke vorzuführen. Denn die Zuschauer wollen was sehen.

Einer dreht sich mitsamt seinem Motorrad um das Vorderrad im Kreis, die Menge klatscht höflich. Doch so richtig war das noch nichts. Ein weiterer schafft es schließlich, seinen Hinterreifen zum Platzen zu bringen. Die Menge applaudiert lauter. Für das Highlight aber sorgt der nächste: Er verliert beim Burn-Out die Kontrolle über sein Motorrad: Das Bike bäumt sich auf und knallt senkrecht gegen den Zaun des Käfigs. Hoppla. Die Menge grölt. Zugabe.

Sie machen schon einen martialischen Eindruck, die Streetfighter. Der Bundeswehr-Look dominiert, Bomberjacken, schwere Stiefel und starke Sprüche auf Kutten und Motorrädern runden das Bild ab. Doch hinter der harten Schale sind die meisten friedlich. Das sagt Robert Kostner von den Nabburger Streetfightern, die dieses Treffen bereits zum vierten Mal ausgerichtet haben.

Unikate auf zwei Rädern

"Die Fighter", betont er, "sind eher harmlos. Bei uns geht es im Gegensatz zu vielen Rockertreffen friedlich zu". Bei ihnen geht es eher ums Auffallen. Ihre Zweiräder sind ihr ganzer Stolz. In akribischer Kleinarbeit hat sich jeder von ihnen aus einem normalen Motorrad ein Unikat geschaffen - sei es durch Umbauen oder auch durch eine eigene Lackierung. Und diese einzigartigen Modelle ziehen das Wochenende über etliche tausend Besucher - darunter auch viele Familien mit ihren Kindern - an den Skilift, die sich das bunte Treiben der Streetfighter nicht entgehen lassen wollen.

Bis ein Uhr - so schreiben es die Auflagen vor - dürfen die Streetfighter "burnen". Für den Abschluss sorgen natürlich die Hausherren selber, die hoch oben auf einem Gabelstapler die Reifen qualmen lassen und dann - als er schließlich platzt - einen Konfettiregen auf die Besucher herniedergehen ließen. Dann ist aber Schluss. Die Fete aber geht die Nacht über im Zelt weiter. Da haben auch Francis Rossi und Rick Parfitt wieder eine Chance.

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